Alten T-Shirt-Saum beim Upcycling schlau wiederverwenden als falschen Saum

Ich liebe diese Upcycling Hacks, bei denen man mit wenigen einfachen Schritten ein Kleidungsstück wieder tragbar machen kann. Besonders schlau sind sie, wenn man bestehende Nähte oder Kurzwaren wiederverwenden kann. Hier habe ich den Saum von einem alten Kindershirt als falschen Saum für einen Hosenrand verwendet.

Vorher hatte die Hose größere Löcher im Saum. Diesen habe ich abgeschnitten und durch einen falschen Saum aus T-Shirt-Saum-Stoff ersetzt.

Wenn ich alte Kleidungsstücke für das Upcycling verwende, schneide ich meist etwas aus dem Stoff aus und werfe den Saum weg. Damit die neuen Stücke gut genäht aussehen, erhalten sie einen neuen Saum. Die entsprechenden Flatlays sehen dann oft so aus:

Allerdings gibt es auch häufig Situationen, bei denen ein schmales gefaltetes Stück Stoff benötigt wird. Schrägbänder und falsche Säume sind das perfekte Beispiel. Ein weiteres Beispiel sind Paspeln. Wie ihr aus dem Saum eines alten Shirts eine Paspeln näht, könnt ihr hier nachlesen:

Dieses Mal habe ich den Saum als faslchen Saum verwendet, um eine kaputte Hose zu kürzen und neu zu säumen. Ihr könnt lange oder Dreiviertel-Hosen mit Löchern an den Knien wunderbar noch zu Shorts kürzen. Dafür gibt es diverse Techniken, die ich euch hier vorgestellt habe:

Wenn die Hose selbst nicht aus dehnbarem Stoff ist, könnt ihr nicht einfach den Rand nach oben oder außen umschlagen, weil die Hose nach oben hin breiter wird. Ihr könnt aber einen dehnbaren Stoff annähen, z.B. mit der Overlock, und nach innen umschlagen. Ihr befestigt den Saum, indem ihr ihn von der linken Seite knappkantig absteppt. Das sieht richtig schick aus!

Der T-Shirt-Saum hat in meinem Fall genau die richtige Länge für die Ringe, die ich für die Hosenbeine benötige.

Wenn ihr einen abgeschnittenen Saum hierfür verwendet, schneidet ihr ihn vorher mit einem Abstand von 1 cm zur Saumnaht ab und schließt das Band zu einem Ring in der Länge des Beinumfangs der Hose. Dann näht ihr den Saumring und das Hosenbein r-a-r zusammen.

Die Ringe werden rechts auf rechts angenäht und dann nach innen geschlagen.

Der Vorteil vom Saumschrägband ist, dass ihr es nicht mehr bügeln, umnähen oder beim Absteppen feststecken müsst. Außerdem verbraucht ihr Stoffe, die sonst weggeworfen worden wären. Win-win und Zero Waste inklusive.

Am Ende sieht der Saum sehr professionell aus und die Hose hat die gewünschte Länge.

Ein falscher Saum mus nicht immer eine Kontrastfarbe haben. Wie ihr einen schicken falschen Saum ganz unauffällig gestalten könnt, habe ich euch hier gezeigt:

Und falls ihr euch gefragt habt, was ich mit dem Rest des T-Shirts gemacht habe: Die Aufdrucke von alten T-Shirts könnt ihr als Applikation verwenden oder für kleinere Projekte. Hier war es ein Teil der Kindergeburtstagsausstattung:

Upcycling-Malkittel für die Einschulung aus Poloshirts nähen

Einen Upcycling-Malkittel kann man aus allen möglichen Kleidungsstücken machen. Alte weiße T-Shirts oder Herrenhemden sind der Klassiker. Letzten Endes braucht keiner Plastik-Malkittel kaufen. Aber wenn man nähen kann und sich etwas Mühe gibt, dann ist man schnell der Held auf dem Erdbeerfeld – oder, wie in diesem Fall, von der Lama-Klasse ;-)

Ich habe aus zwei Poloshirts und einem Kissenbezug ein Malkittel-Set für die Einschulung genäht. Jetzt steht der Künstlerlaufbahn nichts mehr im Weg!

Ich habe für den Malkittel ein eigenes Schnittmuster für einen Schürzenkittel entworfen, eine Lama-Applikation und ein Label erstellt und noch passend einen Lappen genäht. Warum ich kein Kleid und keine Schultüte für die Einschulung nähen wollte, wie man eine Applikation mit verschiedenen Bügel-Vliesstoffen anhand einer Vorlage selbst erstellt und wie man einen Malkittel als Schützenshirt näht, erfahrt ihr hier.

Warum ich keine Schultüte und kein Einschulungskleid nähen wollte

Ich wollte gerne etwas für den Schulanfang nähen. Aber keine Schultüte. Ich kann nicht mal sagen, warum ich darauf keine Lust hatte. Denn es gibt wirklich schöne genähte Schultüten und man kann danach den Rohling herausnehmen, die Tüte zunähen, mit Füllwatte füllen und sie als Kissen weiterverwenden. Ich glaube es ging deshalb nicht, weil ich eine bunte Schultüte mit vielen Motiven im Kopf hatte und ich mir nicht vorstellen konnte, das alles zu applizieren. So cool Applikationen auch sind, sie sind halt einfach eine Riesenarbeit.

Ich hätte auch ein Kleid zur Einschulung nähen können. Aber so richtig hatte ich keinen passenden Stoff im Repertoire. Beim Upcycling müssen der passende Stoff und das passende Projekt immer zusammenkommen. Meistens kommt sogar der Stoff zuerst. Er inspiriert mich und ich lenke die Idee dann so, dass wir das, was entsteht, auch brauchen. Meine Erfahrung zeigt: Wenn ich etwas ganz Bestimmtes nähen möchte, ohne vorher den Stoff zu haben, wird es meistens nix. 

Wie ich auf den Malkittel im Raglanschnitt kam

Dann gingen wir die Liste für den ersten Schultag durch und da stand es: „1 Malkittel, (Oberhemd o.ä., bitte Ärmel kürzen), 1 Mallappen (altes Stück Küchentuch, Waschlappen o.ä.)“ Sehr gut! Da hatte ich sofort eine Idee! Das, was ich mir vorstellte, gab es allerdings nicht als Schnittmuster. Es sollte vorne aussehen wie ein T-Shirt, aber von hinten wie ein Kittel. Es sollte auch einfach an- und auszuziehen sein, wenn man es über die normalen Anziehsachen drüber zieht. Ich habe das Schnittmuster „Ruck Zuck Fertig – Einfaches Shirt mit angeschnittenen Ärmeln“ aus dem Buch „Klimperklein! Nähen mit Jersey für Kinder“ als Basis genommen und dann die Rückseite so abgeändert, dass sich die beiden Seiten überkreuzen.

Die beiden Lagen überkreuzen sich am Rücken, wie bei einem Schürzenkleid. So lässt sich der Malkittel leichter anziehen als ein normales Shirt.

Der Raglanschnitt ist deswegen entstanden, weil der pinke Poloshirt-Stoff nicht für mehr gereicht hat. Mittlerweile sind wir bei Größe 134 (hier extra größer gewählt, damit der Malkittel drüber gezogen werden kann) und da wird das mit dem Upcycling langsam eine Herausforderung. Eine Babyhose kann man aus jedem T-Shirt nähen, aber bei den größeren Sachen wird es knifflig. Was kein Nachteil sein muss: Ich liebe es, wenn diese Einschränkungen beim Upcycling am Ende zum Hingucker werden. Die Kombi aus den drei Farben gefällt mir richtig gut! Alle Nähte sind doppelt abgesteppt, damit der Malkittel gut hält.

Wie der Spruch “No Drama Lama” auf den Malkittel kam

Beim Zuschneiden ist mir dann auch aufgefallen, warum das pinke Poloshirt wahrscheinlich aussortiert wurde… vorne waren zwei Löcher drin. Die Idee mit dem Lama hatte ich ohnehin schon gehabt, aber für das zweite Loch musste auch noch eine Lösung her. Ich habe ein Label selbst gestaltet. Dafür habe ich mit ausreißbarem Bügelvlies den Spruch „NO DRAMA LAMA“ auf ein Stück von dem blauen Stoff gestickt, das Vlies ausgerissen und mit Briefecken versehen.

Das Vlies wird aufgebügelt und beim Nähen mit genäht. Danach lässt es sich leicht entfernen und der Stoff hat sich beim Applizieren nicht verzogen.

Wie das funktioniert, habe ich kurz vorher bei needforneedles.de gesehen und die Anleitung von louloute verwendet. Und schon wieder ist aus der Not eine Tugend geworden und ein weiterer Hingucker entstanden.

Der Spruch „no drama lama“ passt irgendwie zum Kunstunterricht, finde ich.

Eine kuschelige Lama-Applikation nähen

Das Lama schließlich ist mein ganzer Stolz dieser Arbeit. Seit wir wissen, dass die Große in die 1a kommt, die Lama-Klasse, sind Lamas hier sehr hoch im Kurs. Auch das Lama verdeckt ein Loch. Das Gesicht ist aus dem weißen Stoff genäht, den ich auch an der Schulter verwendet habe. Der kuschelige Körper war vor einem halben Jahr Teil meiner Vacoped-Orthesen :-D wie ich das Lama hergestellt habe, könnt ihr in diesem Video auf Instagram sehen.

Das Lama ist nach dem Vorbild des Klassenlamas entstanden.

Für solche Applikationen verwende ich klebendes Bügelvlies, damit der Stoff beim Aufnähen nicht verrutscht. Man kann vor dem Abziehen das Motiv abpausen. Hier in diesem Beitrag erkläre ich im Detail, wie das geht:

Sauber arbeiten und versäubern sind zwei Paar Schuh

Um die Ränder zu versäubern, habe ich einmal komplett rund herum und in Achtern ein langes Band mit Schrägband genäht. Ich habe es erst mit der Overlock angenäht und dann um die Naht herum umgeschlagen. Da es zum Umschlagen etwas zu breit geworden war, musste ich an dem meterlangen Stück nach dem ersten Annähen nochmal einen Teil wegnehmen. Und dabei passierte es! Ich habe mit dem Rollschneider in den darunterliegenden Stoff geschnitten. So ärgerlich! Jetzt hatte ich noch ein drittes Loch, und ein viel größeres noch dazu!

Über den Schnitt habe ich ein Label mit den Initialen genäht. Mit den vielen Labels und Applikationen fällt das am Ende gar nicht auf.

Ich habe also auch hier – noch einmal – aus der Not eine Tugend gemacht und ein weiteres Label angenäht. Hier stehen die Initialen drauf. Das ist in der Schule sehr wichtig, so kann der Malkittel auch nicht verwechselt werden… (Ironie kommt im Geschriebenen einfach nicht rüber…). Zumindest war die Stelle gerettet und der Malkittel konnte in die Schultüte wandern. Achso, und dann kam natürlich noch der Mallappen dazu. Denn übermorgen ist ja schon die Einschulung!!

Den passenden Lappen gab es noch dazu. Er hat auf der Rückseite einen Frotteestoff, wie das Lama auf dem Malkittel.

Sucht ihr noch mehr Ideen für Kinder-Applikationen? Dann schaut doch mal hier durch!

Upcycling-T-Shirt aus zu großem Top nähen als Kimono-Tee von Maria Denmark

Kennt ihr das? Ihr wollt einfach nur schnell etwas nähen und dann läuft die Sache völlig aus dem Ruder? Heute lasse ich euch an einer solchen Erfahrung teilhaben. Vielleicht macht es euch Mut. Vielleicht könnt ihr euch gut in meine Lage versetzen, weil ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht habt. Und vielleicht findet ihr es auch einfach nur unterhaltsam :-)

Bei mir war es das Kirsten-Kimono-Tee von Maria Denmark. Ich weiß nicht, ob ihr es kennt, aber etwas einfacheres kann man kaum nähen. Ich mag gerne schlichte Schnitte. Tüddel, Details, Kurzwaren – das ist alles gar nicht mein Ding. Das Kimono-Tee mit den überschnittenen Schultern und dem U-Boot-Ausschnitt gefällt mir deshalb besonders gut. Warum das Projekt, das ich auf einen Abend geschätzt hatte, zwei Wochen gedauert hat, erfahrt ihr hier in diesem Beitrag.

Mein Näh-Geschmack passt auch zu meiner Projektleiterkompetenz (das mache ich beruflich): minimum viable product, klar definierter Scope, planbarer Zeithorizont bis zur Acceptance der Deliverables. Um mal mit ein paar Buzz Words um mich zu schmeißen ;-) tja, und um in der Projektmanagement-Welt zu bleiben: die wahre Kunst besteht doch darin, auf unvorhersehbare Ereignisse („unknown unknowns“) zu reagieren, sie zu akzeptieren, den Plan anzupassen und dann das Beste – wenn nicht sogar etwas Besseres – daraus zu machen. Was natürlich länger dauert… immer…

(Und nur für die Nerds unter euch: ich habe tatsächlich ein Data Studio Kanban Board für meine Nähprojekte. No kidding ;-D)

Jedenfalls, um die Nähenden unter euch wieder abzuholen, ist das Kimono-Tee super simpel. Ich wollte es aus einem schönen gemusterten XXL-Sommertop nähen. Das Top ist aus dem Fundus von einer Bekannten, aus dem ich schon mehrer schöne Dinge genäht habe:

Das Kimono-Tee besteht aus zwei Schnitt-Teilen und einem Halsbündchen. Also eigentlich. Meins hier nicht… ich dachte also, ich nähe mir an einem Abend mal ein Kimono-Tee. Tatsächlich lief es dann aber so:

Tag 1: Schnittmuster drucken

Ich drucke das Schnittmuster aus und klebe es zusammen. Muss mich für eine Größe entscheiden. Ich nehme M, weil das Schnittmuster für Jersey-Stoffe gedacht ist, der Blumenstoff von meinem Upcycling-Stoff aber nicht dehnbar ist. Für mehr habe ich heute keine Zeit.

Tag 2: Vorüberlegungen

Ich denke, ich würde schon gerne sicherstellen, dass der Schnitt mir gut passt. Ich nähe lieber mal ein Probeteil. Weiß aber nicht, was.

Es vergehen mehrere Tage.

Tag 3: Test-Shirt

Mir fällt beim Aufräumen das rote Trainer-Shirt auf. Ich lege probeweise das Schnittmuster drauf. Sieht gut aus.

Tag 4: Probe-Nähen

Ich nähe erstmal ein Kimono-Tee aus dem Test-Shirt. Den Blogbeitrag dazu habe ich bereits geschrieben:

Tag 5: Planung

Ich weiß jetzt die richtige Länge für das Shirt und dass ich an der Hüfte eher auf die Weite von L gehen sollte, sonst spannt es. Ich lege das Schnittmuster auf das gemusterte Shirt. Es ist zwar XL, hat aber keine Ärmel. Es ist nicht soooo viel Stoff, wie ich dachte. Passt nicht. Ich weiß nicht, wie ich das mit den Ärmeln machen soll. Lasse es also erstmal bleiben.

Es vergehen mehrere Tage.

Tag 6: Planänderung

Irgendwie kommt mir die Idee, dass ich das Shirt auch umdrehen könnte. Ich lege das Schnittmuster auf und freue mich, dass es größtenteils passt. Halte mich für besonders schlau :-P oben blau ist eh schöner. Habe heute aber keine Zeit mehr anzufangen.

Vorher-Nachher-Vergleich: Ich habe das Muster einfach anders herum verwendet! Die Schmetterlinge fliegen ohnehin in jede Richtung und es gibt auch Hängeblumen ;-)

Tag 7: Anprobe

Ich schneide die Teile aus. Oben passt alles wunderbar. Aber durch die Armausschnitte des vorherigen Tops, die jetzt unten sind, fällt doch mehr weg, als ich zuerst dachte. Ich nähe die zwei Teile zusammen und probiere es an. An den Seiten fehlen jetzt jeweils Dreiecke. Sieht ein bisschen komisch aus. Es gibt ja diese Schnitte, bei denen der Saum unten eher rund ist bzw. wo die Seiten etwas hochgezogen sind. Aber entweder das steht mir nicht oder der Winkel ist zu groß.

Tag 8: Fehlversuch

Ich nähe kleine Dreiecke von dem Reststoff in die Seiten ein und baue außerdem noch einen Steg dazu. Denke, das sieht vielleicht pfiffig aus. Dann säume ich das Ganze. Die Aktion dauert einen ganzen Abend. Das Ergebnis sieht schrottig aus. Wie gewollt und nicht gekonnt und außerdem etwas zu eng um die Hüfte. Ich ärgere mich und mache vom Zwischenstand nicht einmal ein Foto.

Fehler gehören beim Upcycling, so wie bei jedem Hobby, dazu. Die Kunst besteht darin, daraus trotzdem noch das Beste zu machen. In diesen Beiträgen findet ihr noch mehr Beispiele, wie ich aus der Not eine Tugend gemacht habe:

Tag 9: Dilemma

Ich überlege, dass ich wohl einen zweiten Stoff dazu nehmen sollte, um die Dreiecke zu füllen. Weiß aber nicht, welchen.

Tag 10: Ideenfindung

Ich habe ein weißes Spitzenkleid im Repertoire. Das könnte gehen. Ich muss erstmal den misslungenen Saum abschneiden. Ich schneide die neuen Dreiecke aus und achte darauf, dass sie breit genug für meine Hüfte sind. Mehr Zeit habe ich heute nicht. Fädele aber wenigstens noch weißes Overlock-Garn ein. Kann nicht mal einer Chamäleon-Garn erfinden? Das sich einfach immer an den Stoff anpasst? Marktlücke.

An den Seiten habe ich Spitze eingesetzt, weil der Stoff nicht gereicht hat.

Tag 11: Fertigstellung

Showdown. Ich nähe die Dreiecke an und die Seiten wieder zusammen. Da durch die Abschneideaktion etwas Stoff verloren gegangen ist, nähe ich einen Saum an, statt den vorhandenen Stoff umzuschlagen. Das gefällt mir gut und ich entscheide, das gleich an den Ärmeln auch so zu machen. Fehlt noch der Halsausschnitt. Ich nähe ein Schrägband aus dem Spitzenstoff und nähe es von innen fest. Sehr professionell!

Die Ärmel haben auch ein Spitzenbündchen bekommen. Außerdem ist das Schrägband am Ausschnitt aus dem selben Stoff.

Tag 12: Vertuschen

Es gibt da noch ein kleines Problemchen, das ich bisher unbeachtet gelassen habe. Das Shirt hatte ein paar kleine Flecken. Die liegen relativ weit an der Seite unter dem Arm, aber man kann sie schon sehen. Ich nehme Stoffstifte und übermale sie mit blau. Damit sind sie zwar nicht unsichtbar, fallen aber weniger auf.

Die Stelle liegt ohnehin weit unter dem Arm. Mit den neuen Farben fallen sie weniger auf.

Tag 13: Anprobe und letzte Anpassung

Ich trage das neue Kimono Tee und finde es voll schick!! Lediglich der Saum muss nochmal abgesteppt werden, damit er in der richtigen Richtung bleibt. Das mache ich spät abends nach der Feier noch. Jetzt aber!

Es vergehen mehrere Tage.

Tag 14: Publishing

Ich muss noch Nachher-Fotos machen ;-) Und die Bilder bearbeiten. Und einen Blogbeitrag schreiben. Und es auf Instagram posten. Manchmal brauche ich dafür auch nochmal mehrere Tage. Aber das konnte ich mir bei dieser Story nun wirklich nicht leisten! :-D

Ich nähe gar nicht so oft für mich selbst. Mein Kleiderschrank gibt genug her und die Kinder brauchen viel öfter etwas Neues. Aber wenn ich es doch mal schaffe, freue ich mich sehr. Hier könnt ihr sehen, was ich schon für mich genäht habe:

Was tun mit Motto-Shirts? 8 Möglichkeiten, die Shirts doch noch weiter zu verwenden

Wie viele T-Shirts habt ihr im Kleiderschrank, die ihr zu einem bestimmten Anlass geschenkt bekommen habt? Abitur, JGA, Sportverein, you name it. Ich nenne sie hier mal Motto-Shirts. Und, tragt ihr sie regelmäßig? Nein? Das ist das Problem mit diesen Shirts! Man trägt sie nicht. Ich gebe heute ein paar Tipps, was ihr mit oder aus solchen Shirts machen könnt, damit sie wieder eine Verwendung finden.

Das Problem mit Motto-Shirts ist schnell beschrieben. Entweder sie passen nicht (mehr) richtig oder der Aufdruck passt nicht zu unserem Alltag. Beide Probleme liegen in der Natur der Sache. Irgendeiner bestellt die Shirts und wenn man Glück hat, darf man vorher einen Größenwunsch angeben. Ob Schnitt und Größe wirklich passen, ist aber Glückssache, denn anprobieren kann man die Dinger vor dem Druck leider nicht. Noch weniger Einfluss hat man in der Regel auf den Aufdruck, den irgendjemand schick, passend, lustig oder einfach nur praktisch fand. Der Einfachheit halber fasse ich das Problem in drei Kategorien zusammen:

Der Aufdruck gefällt euch, das Shirt ist aber zu groß oder weit

Prima! Ihr habt Glück. Das Shirt könnt ihr noch anziehen.

Option 1: Shirt verkleinern

Wenn es nur 1-2 Größen kleiner sein soll, könnt ihr es leicht verkleinern, indem ihr einmal komplett an der Seite entlang und um die Ecke am unteren Ärmelrand entlang näht. Das nennt man auch Downsizing. Wie das im Detail geht, habe ich in diesem Beitrag beschrieben:

Option 2: Neues Shirt daraus nähen

Wenn das Shirt auch noch viel zu weit ist oder ansonsten gar nicht eurem Stil entspricht, könnt ihr es auch einfach wie Meterware behandeln und ein neues Schnittmuster anwenden. Dekonstruktion und Integration nennt Katharina Glas das in ihrem Buch “How to slay Omas Kleiderschrank”. In meinem Beispiel hier habe ich das kostenlose Schnittmuster “Kirsten-Kimono-Tee” von Maria Denmark verwendet. Ich mag es super gerne mit den überschnittenen Schultern und dem U-Boot-Ausschnitt.

Der Stoff hat genau für das Kimono-Tee gereicht. Ich habe das sportliche Thema aufgegriffen und umgeschlagene Ärmel ergänzt.

Für das Halsbündchen habe ich die Stoffreste verwendet und musste ihn daher etwas stückeln.

Das Halsbündchen ist gestückelt, aber das fällt eigentlich nicht auf. Den Aufdruck habe ich komplett erhalten und kann jetzt kompetent im Verein als Trainer auftreten ;-)

Der Aufdruck gefällt euch, das Shirt ist aber zu klein

Hier geht es darum, das bestmögliche aus dem Shirt rauszuholen, um den Vibe des Themas weiterleben zu lassen. Wenn nicht für euch selbst, dann vielleicht noch für eure Kinder.

Option 3: Shirt verlängern

Es gibt verschiedene Möglkichkeiten, ein Oberteil zu verlängern, die ich euch hier einmal zusammengestellt habe. Eine gute Variante für Motto-Shirts ist die Zusammenführung von zwei gleichartigen Shirts, wie ich sie hier in bei diesem Kindershirt angewendet habe:

Option 4: ein Kinder-Shirt daraus nähen

Option 3 funktioniert nur, wenn das Shirt breit genug ist. Wenn nicht, dann bleibt nur die Verwendung für eure Kinder. Das kann auch sehr cool sein, wenn ihr euch mit dem Aufdruck gerne identifiziert. Bei batik_matik findet ihr auf Instagram ein paar solcher Beispiele.

Ich habe selbst noch kein Motto-Shirt für die Kinder verkleinert, aber es funktioniert so wie bei diesem Pailletten-Shirt:

Option 5: eine Kinder-Hose daraus nähen

Alternativ wäre auch eine Hose denkbar, so wie ich es bei diesem Motto-Sweatshirt gemacht habe:

Der Aufdruck gefällt euch nicht

Wenn euch der Aufdruck nicht gefällt, solltet ihr euch fragen, warum das Kleidungsstück überhaupt in eurem Kleiderschrank schlummert. Da solche Motto-Shirts in der Regel auch kein anderer haben möchte, bleiben nur die gängigen Optionen für T-Shirts.

Option 6: Etwas anderes aus den Teilen nähen, die nicht den Aufdruck enthalten

Der restliche Stoff ist meist einfarbig und kann beliebig wieder eingesetzt werden. So habe ich das zum Beispiel bei diesem dunkelblauen Motto-Shirt gemacht:

Option 7: Den Stoff als Verstärkung für andere Stoffe verwenden, die doppellagig sein sollen

Eine sinnvolle Upcycling-Technik besteht darin, Stoffe zu verstärken, indem man sie hinterlegt. Bei dieser Hose habe ich hinter dem Patchwork einen Stoff von einem Kinder-T-Shirt genäht, bei dem mir der Aufdruck nicht gefallen hat:

Option 8: T-Shirt-Garn aus dem Stoff herstellen

Bei dünnen Stoffen hat man zu guter letzt noch die Möglichkeit, T-Shirt-Garn herzustellen. Wie man T-Shirt-Garn herstellt, erfahrt ihr hier:

Und, was habt ihr schon aus ungeliebten Motto-Shirts gemacht? Zeigt es mir gerne auf Instagram und verlinkt mich, @upcyclingfamily, dann teile ich es in meiner Story!

Ausgefranste Jeans-Shorts aus Kinderhose mit kaputten Knien machen in 5 Schritten

Ich habe hier schon so oft von Kinderhosen mit Löchern erzählt – ich weiß gar nicht, ob ihr es noch lesen wollt ;-) das Gute: wenn man oft Kinderhosen mit Löchern hat, hat man auch oft Gelegenheit, sich verschiedene kreative Techniken auszudenken, damit umzugehen. Dieses Mal habe ich aus einer kaputten Jeans eine Shorts mit Fransen gemacht. Ich erkläre hier in wenigen Schritten, wie das geht.

Ob ich kaputte Kinderhosen einfach so flicke, beim Flicken gleichzeitig verlängere oder eine Shorts draus mache, hängt hauptsächlich von der Jahreszeit ab. Jetzt ist Sommer und da müssen natürlich kurze Hosen her. Einen Überblick über die verschiedenen anderen Möglichkeiten kaputte Kinderhosen zu verwenden habe ich in diesem Instagram-Post gegeben. Dieses Mal hat die Hose ein bisschen Pep bekommen, indem ich sie am Ende ausgefranst habe. Das Gute: diese Technik könnt ihr auch ohne Nähmaschine anwenden!

Im letzten Blogbeitrag habe ich euch schon verschiedene andere Techniken für das Kürzen von Kinderhosen gezeigt. Hier könnt ihr sie nochmal nachlesen:

Schritt 1: Hosenbeine abschneiden

Im ersten Schritt schneidet ihr die Hosenbeine der kaputten Hose ab. Hierfür könnt ihr einfach eine Schere oder einen Rollschneider verwenden. Da die Hose ausgefranst wird, ist es aber überhaupt nicht wichtig, dass die Schnittkante besonders gerade wird. Das sieht man am Ende nicht. Bei Kinderhosen setze ich dafür gerne direkt über den Knie an. Für eine Hotpants kann man natürlich auch entsprechend höher gehen. Übrigens könnt ihr jede Hose ausfransen, indem ihr den Saum abschneidet – auch ohne sie im gleichen Schritt zu kürzen. 

Für das Ausfransen benötigt ihr eine Schere, ein Lineal, einen Faden und eine Pinzette.

Schritt 2: Rand absteppen

Dieser Schritt ist optional. Damit die Hose nicht immer weiter ausfranst, könnt ihr die Schnittkante einmal rund herum absteppen. Ich habe einem Zickzack-Stich verwendet, ein Geradstich funktioniert aber genauso. Der Abstand zur Kante sollte so groß gewählt werden, wie die Länge der Fransen später sein soll.

Wenn ihr keine Nähmaschine habt, könnt ihr die Naht auch weglassen. Dann kann es nur passieren, dass die Hose mit der Zeit noch etwas weiter ausfranst.

Schritt 3: Nahtecken herausschneiden

In dem Bereich zwischen Zickzack-Naht und Rand müsst ihr die übrig gebliebenen Seitennähte der Hose herausschneiden, denn diese kann man nicht ausfransen. Schneidet dafür ein kleines Dreieck oder „U“ rund um diese Nähte heraus. Die Alternative wäre, die Seitennähte bis zur Steppnaht aufzutrennen. Dauert entsprechend länger.

Die schräge Kante erleichtert gleichzeitig auch den nächsten Schritt, weil ihr hier gut mit dem Herausziehen der Fäden starten könnt.

Schritt 4: Hose ausfransen mit der Pinzette

Jetzt kommt der größte Teil der Arbeit. Nach und nach entfernt ihr die querliegenden Fäden des Jeansstoffs. Jeans ist gewebt und am Ende habe ihr nur die längsliegenden Fäden übrig. Am besten startet ihr dafür an den Ecken, die ihr gerade herausgeschnitten habt. Hier kann man die Enden der Fäden mit der Pinzette greifen und nach unten herausziehen. Zieht alle querliegenden Fäden bis zu der Zickzack-Naht heraus.

Innen kann man die querliegenden und längsliegenden Fäden sehr gut an der Farbe unterscheiden.

Manchmal sind die gewebten Fäden etwas schräg. Hier könnt ihr so weit ziehen, bis ihr an die Naht kommt. Dann lasst ihr die Querfäden nach unten hängen und schneidet sie auf die Länge der Längsfaden zurück.

Die Fäden, die übrigbleiben, sind die blauen. Die weißen Fäden könnt ihr auf die gleiche Länge kürzen, wenn sie nicht komplett herausgezogen werden können.

Schritt 5: Hose waschen

Wascht die Hose einmal. Dadurch wird der Fransenlook noch verbessert und es sieht mehr „used“ aus.

Der Fransen-Look sieht richtig cool aus, fast wie gekauft.

Die Technik funktioniert genauso für Erwachsenen-Hosen. Wenn ihr noch weitergehen wollt und eine Hose im Destroyed Look gestalten möchtet, dann schaut doch mal hier in die Anleitung:

6 Varianten eine kaputte Kinderhose als Shorts zu kürzen

Kinderhosen zu Shorts zu kürzen ist eine tolle und einfache Idee, kaputte Kinderhosen noch eine Sommersaison lang weiterleben zu lassen. Aber wie geht das genau? Was muss ich beachten? Welche Möglichkeiten gibt es? Ich zeige euch 6 Varianten für das Kürzen von langen Hosen. Sucht euch euren Favorit aus!

  1. Hose kürzen und einfach säumen für dehnbare Stoffe
  2. Hose kürzen und mit Jersey-Streifen säumen für Webware
  3. Upcycling-Hack: Hose abschneiden und nach außen umschlagen
  4. Doppellagige Hose kürzen und miteinander vernähen
  5. Hose kürzen und Bündchensaum annähen
  6. Jeans abschneiden und ausfransen

Wo schneide ich die Hose am besten ab?

Jede Hose muss zuerst abgeschnitten werden, bevor sie in einer der folgenden Varianten vernäht wird. Der Schnitt erfolgt kurz über dem Knie. Diese Stelle ist bei gebrauchten Hosen meistens gut sichtbar, weil die Knie oft abgetragen sind. Der Schnitt erfolgt orthogonal zur Innenbeinnaht, also im rechten Winkel. Mit einem Schneiderlineal und einem Rollschneider ist so ein Schnitt ganz einfach. Sonst tun es aber auch ein Geodreieck und eine Schere.

1. Hose kürzen und einfach säumen für dehnbare Stoffe

Die einfachste Variante, die abgeschnittene Hose fertigzustellen, ist der einfache Saum. Dafür schlagt ihr den Rand für 1.-1,5 cm um und steckt ihn fest. Die Hosenbeine sind in aller Regel nicht gerade. Sie werden nach unten hin schmaler. Der umgeschlagene Saum muss beim Feststecken und Nähen ganz leicht gedehnt werden. Daher eignet sich diese Variante nur für dehnbare Stoffe.

Der Saum ist einfach umegeschlagen und mit einem Zickzackstich festgenäht.

Hierfür eignen sich natürlich auch doppelt umgeschlagene Säume oder andere schöne Varianten. Eine gute Übersicht über klassische Säume und wie man sie näht findet ihr zum Beispiel bei Sew Simple: Säume nähen.

2. Hose kürzen und mit Jersey-Streifen säumen für Webware

Ich habe beim Jersey die gleiche Farbe verwendet. Eine andere Farbe würde aber einen schönen Akzent ergeben.

Bei Webware ist es nicht einfach möglich, einen Saum einzuschlagen, weil sie nicht dehnbar ist. Stattdessen könnt ihr einen 2-3cm breiten Jerseystreifen von einem anderen Stoff abschneiden und ihn rechts auf rechts an die Hosenbeine annähen. Dann wird der Streifen wie bei einem Schrägband doppelt umgeschlagen und festgenäht. Das löst nicht nur das Problem mit den schmaler werdenden Hosenbeinen, sondern sieht auch schick und professionell aus. Eine detaillertere Erklärung gibt es im entsprechenden Blogbeitrag:

3. Upcycling-Hack: Hose abschneiden und nach außen umschlagen

Für diese Variante braucht ihr nicht einmal eine Nähmaschine. Der abgeschnittene Rand wird zwei Mal nach außen umgeschlagen und an 2 oder 4 Stellen pro Bein mit wenigen Stichen festgenäht. Der Rand kann vorher mit einem Zickzackstich oder einer Overlock versäubert werden. Das ist aber kein Muss.

Diese Variante eignet sich auch eher für dehnbare Stoffe.

Die Hose ist im Rahmen einer Upcycling-Hack-Reihe im letzten Sommer entstanden:

4. Doppellagige Hose kürzen und miteinander vernähen

Wenn eine Hose doppellagig ist, können die beiden Stoffe jeweils nach innen gefaltet werden. Dann werden die beiden Lagen zusammengesteckt und mit einem nah am Rand liegenden Geradstich festgenäht. Aus praktischen Gründen eignet sicht diese Variante nur für sehr dünne doppellagige Hosen. Sonst sind die Shorts für den Sommer einfach zu warm.

Bei doppellagigen Hosen kann man sich den Saum ganz sparen. Die beiden Lagen werden zu einem schönen Rand verbunden.

5. Hose kürzen und Bündchensaum annähen

Alternativ zum Saum kann man an die abgeschnittene Hose auch ein Bündchen annähen. Das Bündchen sollte 70-80% der Breite des Hosenbeins betragen. Das Bündchen wird zuerst als Ring geschlossen, dann an vier Stellen rund um das Hosenbein festgesteckt und zuletzt gedehnt angenäht.

Besonders schön ist es, wenn der Bündchenstoff eine Farbe aus der Hose aufgreift oder der Stoff im Projekt noch einmal verwendet wird

Zu der Hose gibt es noch ein passendes Erdbeer-Spaghetti-Shirt. Wenn ihr wissen wollt, warum die Hose ein echtes Restaurations-Projekt war, lest hier weiter:

6. Jeans abschneiden und ausfransen

Für Jeans gibt es noch eine andere coole Möglichkeit: der Fransen-Look. Hierfür braucht ihr nicht zwingend eine Nähmaschine. Ihr steppt die abgeschnittene Hose ab und zieht mit der Pinzette die querliegenden Fäden heraus, sodass Fransen entstehen.

Diese Technik ist super einfach und sieht noch dazu richtig cool aus!

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zu dieser Technik findet ihr im folgenden Blogbeitrag:

Upcycling-Bikini für Mädchen aus zwei abgelegten Bikinis nähen

Ich liebe die Herausforderung beim Upcycling! Ein Schnittmuster auf einen Stoff auflegen, das ist ja einfach. Aber wenn es um jeden Zentimeter geht, wenn man erst mit der richtigen Stückelung überhaupt genug Stoff für das neue Projekt zusammen bekommt, wenn das Patchwork dann auch noch zum Feature wird und ein einzigartiges Design daraus resultiert, dann bin ich Feuer und Flamme!

Ich habe fast alles von den beiden Bikinis wiederverwendet und musste dafür den perfekten Schnitt finden. Sogar die Träger habe ich für die Einfassungen wiederverwendet.

Da kann es schon mal passieren, dass ich mehrere Abende nur mit der Planung verbringe. Manchmal kommt mir erst über Nacht oder am nächsten Tag der entscheidende Einfall. Oft reicht nachdenken nicht und ich spiele mit dem Schnittmuster so lange Tetris, bis es passt. Manchmal liegen Frustration und Erfolg ziemlich nah beieinander. Und wenn ich dann die für mich perfekte Lösung gefunden habe, wird es wirklich spannend. Dann dürfen keine Fehler passieren. Denn für Fehler ist kein Stoff übrig. Wenn ihr das alles nachvollziehen könnt, dann versteht ihr auch, warum ich manchmal spät abends schlafen gehe und denke: wow! Done! Und dann bin ich einfach nur glücklich :-)

Hochelastische Stoffe näht man am besten mit einer breiten Dreifaden-Overlocknaht. So sind sie auch beim Anziehen maximal dehnbar.

Bei diesem Bikini sind wie immer drei wichtige Umstände zusammengekommen:

  • Wir hatten Bedarf an zusätzlicher Badekleidung
  • Ich hatte zwei Bikinis, die ich aufgrund schlechter Passform selten getragen habe
  • Es gab ein schönes kostenloses Schnittmuster von Kibadoo für einen Kinder-Bikini

Das Schnittmuster ist übrigens nicht mehr online verfügbar. Dank der großartigen Community auf Instagram konnte ich es aber trotzdem bekommen.

DIe Teilung vorne war nicht Teil des Schnittmusters, ich habe sie ergänzt.

Das tolle an meiner Version von dem Bikini ist, dass er doppellagig ist und keine sichtbaren Nähte innen hat. So ist er sehr angenehm zu tragen. Nur am Rücken habe ich den Stoff mit dem Löchermuster einfach verwendet, weil das einen raffinierten Effekt ergibt.

Auch innen hat der Bikini keine sichtbaren Nähte. Das trägt sich toll und sieht sehr gut aus.

Die Schnüre habe ich alle aufgetrennt und für die Träger und Einfassungen verwendet. Das war ganz schön viel Arbeit. Aber dafür waren sie schon vorgefaltet und mussten nicht gebügelt werden ;-) Beinausschnitte nähen geht mir immernoch nicht besonders leicht von der Hand, obwohl ich es bei den verschiedenen Sportteilen jetzt schon öfter gemacht habe:

Zwischendurch gab es eine Anprobe. Ich passe die Größe und Passform immer munter während des Arbeitens an, weil ich glaube, dass ich es besser weiß :-D. Allerdings bleibt dabei immer die Furcht, dass es am Ende nicht richtig passt. Tat es aber. Juhuuu! Die Große war seeehr begeistert. Also noch Einfassungen und Träger dran und fertig war der neue Bikini. #nähenistwiezaubernkönnen

Über die Arbeitszeit spreche ich jetzt mal nicht, aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Da kann der Sommerurlaub kommen!

Kinderhose stabil flicken und verlängern

Wenn man etwas Neues macht, dann lernt man auch immer etwas dazu. Wenn man das Neue dann zum zweiten Mal macht, lernt man noch mal etwas. Und irgendwann perfektioniert man das Ganze. So ist das auch bei unseren kaputten Kinderhosen. Ich habe eine Leggings, die an den Knien kaputt war, geflickt, stabilisiert und gleichzeitig verlängert. Mit dieser Methode sieht die Hose nicht nur schicker aus, sie hält auch gleich noch eine Saison länger. 

Wenn ich das letzte halbe Jahr Revue passieren lasse, kann ich sagen, dass ich alle ein bis zwei Wochen eine neue Kinderhose mit Löcher an den Knien auf meinem Nähtisch liegen hatte. Das ist wirklich eine ganze Menge und ich frage mich dann immer, ob andere Familien dieses Problem nicht haben (der Anteil an gebrauchten Hosen an unserem Kinderkleiderschrank ist sehr hoch und damit kann das zu tun haben) oder, falls doch, was sie eigentlich machen, wenn sie nicht nähen können?!

Bei mir nehmen diese Hosen verschiedene Richtungen: 

  • Hose kürzen als kurze Sommerhose
  • Hose flicken (ggf. plus Verlängern)
  • Stofflager für das Flicken von anderen Hosen
  • Babyhose aus dem Stoff nähen (dafür braucht man nur den Teil oberhalb der kaputten Knie)
  • Andere lustige Verwendungszwecke wie zum Beispiel diese Flaschenummantelung*

* Flaschenummantelung auf Instagram

In den allermeisten Fällen flicke ich die Hose allerdings, weil wir ja auch weiterhin Hosen im Kleiderschrank brauchen. Die anderen drei Optionen kommen dann ins Spiel, wenn die geflickte Hose wiederum Löcher bekommt. Denn irgendwann ist es auch mal gut ;-)

Meine Learnings habe ich alle in diese Leggings einfließen lassen. Ich habe die Hosenbeine in der Mitte durchgeschnitten, nach oben und unten am Innenbein jeweils ein Stück aufgetrennt und die löchrigen Teile großzügig weggeschnitten.

Aus 3 mach 1: Ich habe drei kaputte Kinderhosen mit Löchern kombiniert, um eine neuere, stabiliere und längere Hose zu nähen.

Beim Upcycling bin ich auf die verfügbaren Stoffe angewiesen und hole das bestmögliche aus ihnen heraus. In diesem Fall hatte ich keinen passenden dunkelblauen Thermo-Leggingsstoff zur Verfügung. Ich hatte aber einen passenden Stoff in einer anderen Farbe und einen dunkelblauen Stoff in einer passenden Farbe. Der graue Stoff alleine hätte nicht gut zu der Hose gepasst. Der dunkelblaue Stoff wäre zu dünn gewesen und schnell wieder gerissen.

Mit den aufgestickten Herzchen habe ich die beiden Lagen verbunden und gleichzeitig das Herzchen-Motiv noch einmal aufgegriffen. Die Nähte sind außerdem abgesteppt, damit sie flach liegen und besonders gut und lange halten. Hierfür habe ich einen Zickzackstich verwendet, weil die Stoffe dehnbar sind.

Die Einsätze bestehen aus zwei Lagen: der dünne dunkelblaue Stoff liegt außen und die Vorderseite der Beine ist hinten mit dem Leggingsstoff verstärkt. Dadurch wird die Seite, die beim Knien immer belastet wird, optimal verstärkt. Hinten in der Kniekehle dagegen ist die Hose schön leicht und bequem. Von außen sieht man diesen Unterschied nicht. Damit die Lagen nicht gegeneinander verrutschen und so auch noch besser gegen neue Löcher geschützt sind, habe ich sie mit einer passenden Stickerei verbunden.

Außen sieht man keinen Unterschied. Aber innen ist der vordere Teil mit einer extra Lage Stoff verstärkt. In der Kniekehle dagegen nicht, damit die Hose nicht zu steif sitzt.

Durch die neuen Einsätze hat die Hose ca. 5 cm an länger geworden. Das entspricht etwa einer Größe. Im Kindergartenalter (Größen 98-116) kann man Hosen, die nicht vorher schon sehr eng saßen, problemlos einfach verlängern und so eine zusätzliche Saison lang tragbar machen. Kinder wachsen in diesem Alter vor allem in die Länge und nur sehr wenig in die Breite. Wenn ihr das nicht glaubt, schaut einmal im U-Heft auf den Kurven nach ;-)

Aus diesem Grund habe ich schon öfter Hosen repariert und gleichzeitig verlängert. Mittlerweile bin ich richtig kreativ!

Baby-Leggings in Größe 62 aus alten kaputten Kinder-Leggings nähen

Ihr braucht ein Baby-Geschenk? Ihr wisst nicht, was ihr aus den alten kaputten Kinder-Leggings machen sollt? Ihr denkt, eure Stoffreste reichen nicht mehr für Kleidungsstücke? Ihr sucht euer erstes einfaches Upcycling-Projekt? Dieses Projekt ist die Antwort auf alle eure Fragen! :-) Ich habe eine gemütliche Baby-Leggings aus alten Hosen genäht. Dabei habe ich die Teile entfernt, die kaputt waren und die Teile behalten, die noch schön sind und weiterleben dürfen.

Die Hosen, die ich hier kombiniert habe, hatten typische Mängel: die dunkelblaue Hose hatte Löcher an den Beininnennähten. Die rosafarbene Hose hatte ein ausgeleiertes Gummi. Alle Kleidungsstücke haben diese „Sollbruchstellen“, die irgendwann durch sind. Aber die schönen Stoffe können noch weiterverwendet werden! Ich habe die dunkelblaue Hose an den Nähten auseinandergeschnitten und bei der rosafarbenen Hose den Gummibund entfernt.

DIe Leggings ist mit der Overlock zusammengenäht. Die Naht am Bauchbündchen habe ich noch einmal abgesteppt. Den Saum habe ich mit einem einfachen Zickzackstich genäht.

Dann habe ich das kostenlose Schnittmuster „Baby-Leggings“ von Lybstes verwendet. Die Beinteile konnte ich bequem aus der dunkelblauen Leggings ausschneiden, ohne die dünn gewordenen Nahtränder zu verwenden. Das Bündchen habe ich aus der rosafarbenen Hose ausgeschnitten. Dafür habe ich das Bündchen aus zwei gleich großen Stücken zusammengefügt.

Selbst gemachte Baby-Geschenke sind immer etwas ganz besonderes. Wenn ihr noch weitere Ideen für Baby-Geschenke sucht, schaut doch einmal hier:

PS: Wenn ihr denkt, dass eure verfügbaren Stoffe sogar zu klein für eine Babyhose sind, dann könnt ihr immernoch Puppenkleidung nähen ;-)

Lieblingshose unsichtbar flicken in 4 Schritten

Habt ihr ein Loch in eurer Lieblingshose? Kein Grund zur Verzweiflung! Jeder, der ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit hat und seine Kleidung lange trägt, kommt irgendwann an diesen Punkt. Viele Löcher und Risse kann man relativ unsichtbar flicken. So könnt ihr die Hose noch lange tragen.

Schritt 1: ähnlichen Stoff zuschneiden

Damit die kaputte Stelle wieder hält, muss sie mit einem zusätzlichen Stoff unterlegt werden. Dafür nehmt ihr einen ähnlichen Stoff, z.B. von einem anderen abgelegten oder kaputten Kleidungsstück.

Damit der Stoff nicht verrutscht, verwende ich so viele Stecknadeln wie möglich. Beim Nähen werden diese nach und nach wieder entfernt.

Schritt 2: Stoff fixieren

Ihr dreht die Hose auf links und legt das zusätzliche Stück Stoff auf die betroffene Stelle. Fixiert das Stück Stoff mit herkömmlichen Stecknadeln, am besten mit sehr vielen. So könnt ihr später beim Nähen Stück für Stück den Nadeln entfernen ohne dass etwas verrutscht.

Schritt 3: Stoff umranden

Wählt ein Nähgarn aus, dass zum Oberstoff passt und näht einmal rund um das Zusatzstück herum. Bei dehnbaren Stoffen verwendet ihr einen Zickzackstich. Jetzt ist der Stoff fixiert und ihr könnt die restlichen Nadeln entfernen.

Das Ersatzstück wird erst umrandet und dann noch einmal mit möglichst vielen Quernähten verbunden. So wird nicht nur das Loch gesichert, sondern auch der dünn gewordene Stoff drum herum.

Schritt 4: Stopfen mit der Nähmaschine

Jetzt dreht ihr die Hose wieder auf rechts. Damit die kaputte Stelle unsichtbar wird, näht ihr noch mehrmals in Linien über die kaputte Stelle. Ihr könnt das auch in überkreuzten Linien machen.

Übrigens: je nachdem, wie ihr es anstellt, können auch sichtbare Flicken richtig cool aussehen. Schaut doch mal durch meine bisherigen Beiträge zum Thema Flicken: