2 in 1 Kinder-Tischdecke und Aufräumbeutel aus alter Bettwäsche

Letzte Woche habe ich euch schon das Kinder-Küchenset aus dieser Bettwäsche gezeigt. Dann war noch viel Stoff übrig und ich hatte noch eine gute Idee: eine Tischdecke für den Spiel- und Basteltisch. Es ist aber nicht irgendeine Tischdecke. Es ist eine Ich-kann-gar-nicht-verrutschen-und-dann-auch-noch-beim-Aufräumen-helfen-Tischdecke. So ein Quatsch? Ganz im Gegenteil!

Ich finde es ja super, wenn genug Stoff vorhanden ist, um zusammenpassende Sachen zu nähen. Das habe ich schon in vielen anderen Beiträgen auch gemacht:

Unser Basteltisch ist quasi historisch. Mein Onkel hat ihn für uns gebaut, als ich noch ein Kind war. Ich möchte damit also pfleglich umgehen. Ein Schutz in Form einer Tischdecke war nicht nur zum Küche spielen praktisch, sondern auch beim Basteln. Ich hatte außerdem mal diese Spieldecken gesehen, die eine Kordel im Rand drin haben und so zu einem Beutel zusammengerafft werden können. Ich fand die Idee so cool, hatte aber nie eine gekauft. Jetzt wollte ich diese Logik bei der Tischdecke anwenden.

Die Tischdecke ist wiederum doppellagig. Das hätte sie nicht unbedingt sein müssen, aber so konnte ich den Kordeltunnel prima im Rand unterbringen. Um die Stücke aus der Bettwäsche auszuschneiden, habe ich die Bettwäsche in der Küche ausgebreitet, den Tisch kopfüber darauf gelegt und Maß genommen. Ich habe die Überhänge addiert und an den Ecken eingeschnitten, so dass ich sie so nähen konnte, dass sie an den Tischecken genau herunterfällt und nicht verrutschen kann.

Tischdecke für Kindertisch Upcycling aus alter Bettwäsche, passend zu Schürze, Backhandschuhen und Handtuch
Die Tischdecke ist um die Ecken genäht, so dass sie nicht verrutschen kann. Im Saum ist das Band eingearbeitet, mit dem man die Decke zu einem Beutel zusammenraffen kann. Die Tischdecke passt auch zu dem Kinder-Küchen-Set aus dem letzten Beitrag.

Das Band ist ein vierfach gelegter und im Kreis genähter Stoffstreifen, den ich für so einen Zweck erst bügele und dann mit zwei parallelen Nähten absteppe. Der Kordeltunnel hat an zwei Ecken eine offene Stelle, so dass das Band dort herausgezogen und die Tischdecke zu einem Beutel zusammen gerafft werden kann. Ein Demonstrations-Video findet ihr unter meinen Reels auf Instagram. Mega praktisch! Hier könnt ihr schauen, was ich schon alles aus dieser Universal-Talent-Bettwäsche genäht habe:

Kinderschürze, Kinder-Backhandschuh und Handtuch aus alter Bettwäsche nähen

Ich habe aus einer alten Bettwäsche eine Kinderschürze, zwei Backhandschuhe und ein Handtuch genäht. Die Kinder können damit in ihrer eigenen Küche spielen, oder beim Backen in der richtigen Küche helfen. Bettwäsche eignet sich super für’s Upcycling, man könnte hier aber genauso gut alte Geschirr-Handtücher verwenden. Aus genau dieser Bettwäsche habe ich auch schon richtig viel genäht. Alle bisherigen Beiträge mit diesem Stoff findet ihr hier:

Selbst genähte Geburtstagsgeschenke

An Kindergeburtstagen und Weihnachten trifft mich unsere Konsumgesellschaft immer mit voller Wucht. Wir haben vierzehn Erwachsene aus der Familie, die den Kindern etwas schenken wollen. So viele Wünsche kann ein fast Dreijähriger überhaupt nicht haben. Wenn wir dann alle potentiellen Geschenke an die Verwandtschaft verteilt haben, fragen wir uns immer, was wir selbst eigentlich noch schenken sollen? 

Statt etwas zu kaufen suche ich daher nach alternativen Ideen. Dieses Mal gab es ein selbstgenähtes Set für die Puppenküche aus einer alten Bettwäsche. Kostenpunkt: null Euro. Müllproduktion: keine. Spaßfaktor: unbezahlbar. Man kann wirklich alles mögliche selbst machen, anstatt es zu kaufen. Eine Übersicht über die Upcycling-Spielsachen in unserem Kinderzimmer findet ihr hier:

Kinderschürze

Das Küchen-Set besteht aus drei Teilen: einer Schürze, einem Backhandschuh und einem kleinen Handtuch. Den Schnitt für die Kinderschürze habe ich von einer (35 Jahre alten!) Kinderschürze abgenommen, die wir schon hatten. Die neue ist doppellagig und eine Wendeschürze, wenn man so will. Die Bänder sind zwischen die beiden Lagen genäht. So gut, so einfach. 

Kind trägt Kinderschürze aus einer alten Bettwäsche
Die Kinderschürze wird über den Kopf gezogen und am Rücken gebunden.

Kinder-Backhandschuh

Den Schnitt für den Backhandschuh habe ich mir selber ausgedacht. Allerdings galt hier das Prinzip Trial-and-Error. Nach dem Wenden war die erste Version des Handschuhs nämlich viel zu klein und passte nur noch den Kuscheltieren. Beim zweiten Mal habe ich den Handschuh breiter gemacht und mehr Nahtzugabe hinzugefügt. Der Backhandschuh besteht aus drei Lagen: eine äußere Stofflage und das Innenfutter sind karomäßig zusammengesteppt. Die innere Stofflage hat keine Nähte. Alles ist links herum genäht und dann gewendet, inklusive der kleinen Halterung. 

Kinder-Backhandschuhe aus alter Bettwäsche mit Stepp-Details
Durch die Steppnähte sieht der Handschuh trotz Bettwäsche-Muster ziemlich genau aus wie ein Backhandschuh.

Geschirrhandtuch

Das Geschirrhandtuch ist ein Teil für Anfänger. Auch dieses habe ich doppelt genäht, damit es nicht zu dünn ist und keine hässliche Seite hat. Zwei Rechtecke ausschneiden, links auf links zusammennähen, dabei die Halterung mit einnähen, wenden, absteppen, fertig.

Kleines Geschirrhandtuch für die Puppenküche
Das Geschirrhandtuch hat eine praktische Halterung, mit der es an der Kinderküche aufgehängt werden kann.

Natürlich wird die Küchenschürze nicht nur für die Puppenküche verwendet, sondern auch wenn wir richtig backen und kochen. Ein paar schöne und nachhaltige Rezepte für’s Backen/Kochen mit Kindern findet ihr hier:

Weil ich dann immer noch ziemlich viel Stoff und eine coole Idee hatte, habe ich aus der Bettwäsche gleich noch etwas genäht. Vielleicht habt ihr schon auf den Bildern entdeckt, um was es gehen wird. Details gibt es nächste Woche!

Food Upcycling Hummus bi Tahina

Heute zeige ich euch eins meiner Lieblingsrezepte: Hummus bi Tahina. Es ist das perfekte Rezept für alt gewordene Zitronen. Ich verspreche euch, dieses Rezept ist um Welten besser als jeder Hummus, den man fertig kaufen kann. Und noch dazu ist er so leicht zuzubereiten.

Hier geht’s direkt zum Rezept.

Foodsharing-Zitronen

Ich mache Hummus vor allem immer dann, wenn ich über das Foodsharing-Netzwerk Zitronen bekomme. Ich bin im letzten Jahr ein ganz großer Fan vom Foodsharing geworden. Eine Freundin von mir ist Foodsaver und hat mich mit einer Foodsaverin in unserem Stadtteil connected. Seitdem gehe ich teilweise mehrmals pro Woche zu ihr und helfe, die Reste aufzubrauchen, die der Supermarkt oder Bäcker sonst weggeschmissen hätte.

Oft bekommt man wirklich noch gute Sachen, bei denen lediglich das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Manchmal ist gerade das Obst aber auch schon etwas braun und runzelig. Dann muss es schnell verbraucht werden, womit wir als vierköpfige Familie zum Glück kein Problem haben. Meine besten Rezepte für Foodsharing Errungenschaften teile ich hier unter Food Upcycling:

Hummus-Rezept

  • 1 Glas Kichererbsen inkl. Wasser
  • Saft von 1 Zitrone
  • 2 EL Sesampaste (Tahin)
  • 2-3 EL Öl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Kreuzkümmel
  • 1 EL Currypulver
  • 1 TL Paprikapulver scharf
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 kleine Chilischote (wer es scharf mag)

Alle Zutaten werden in ein Gefäß gegeben und mit dem Stabmixer püriert. Hummus schmeckt lecker auf Fladenbrot, als Dip beim Grillen oder mit Gemüse. Mit Hummus kann man auch leckere Rezepte kochen. Ein paar Ideen könnt ihr zum Beispiel bei Maya von Fitgreenmind finden.

Hummus auf Brötchen mit Zitronen, Kichererbsen, Knoblauch, Karotten, Gewürzen, Sesam
Aus wenigen Zutaten wird ein leckerer Dip. Wir haben die Zutaten sicherheitshalber immer zu Hause!

We Rock – Doppelt genäht hält besser

Doppelt genäht hält besser. Das habe ich bei diesem Rock schmerzlich erfahren müssen. Ich habe ihn zusammen mit meiner Tochter designed. Sie hat die Ausgangsstoffe ausgesucht und auch geholfen, sie zurecht zu schneiden. Ich habe genäht. Nach der ersten Runde, dem ersten Tragen und der ersten Wäsche waren die meisten Nähte richtig kaputt. Ich habe alles noch mal aufgeschnitten und mit neuen Einsätzen wieder zusammengenäht. Dabei habe ich ein paar wichtige Erfahrungen gemacht, die ich heute gerne mit euch teilen würde.

Fehler 1:  Dünne Stoffe verwenden

Den Body (92), das T-Shirt (98) und die Sport Leggings (104) hat die Große alle schon ausführlich in verschiedenen Lebenslagen getragen. Der Body und das T-Shirt hatten Flecken, die nicht mehr rausgingen und die Hose hatte ein Loch (natürlich…). Ich fand es toll, dass diese drei Teile farblich so gut zusammenpassen und dann auch noch das bisherige junge Leben so schön zusammenfassen und in einem neuen Teil weiterleben dürfen. Gerade das T-Shirt war aber schon ganz schön alt und dünn. Erstes Problem! Wenn man ältere oder dünnere Stoffe verwendet, muss man eigentlich besonders vorsichtig sein und die Nähte noch mal zusätzlich sichern. Sonst reißt der Stoff an der Nahtstelle schnell.

Kind schneidet Stoff mit Schere für Upcycling, Rock als Ergebnis des gemeinsamen Projekts
Meine Tochter schneidet den Stoff zurecht. So sah die erste Version des Rocks aus, die aber leider nicht lange gehalten hat.

Fehler 2: Stoffe schlampig ausschneiden

Der neue Rock besteht aus zwei rechteckigen Teilen aus dem T-Shirt, zwei trapezförmigen Teilen aus den Body und der Leggings als Bund und Saum. Wir haben zusammen geschnitten, das hat richtig viel Spaß gemacht. Die Linien waren vielleicht nicht immer ganz gerade. Zweites Problem! Wenn man Stücke zusammennäht, die nicht ordentlich gerade geschnitten sind, zieht die Naht später unterschiedlich stark am Stoff und an manchen Stellen entstehen leichter Löcher. 

Fehler 3: Falsche Fadenspannung

Als ich den Rock zum ersten Mal genäht habe, hatte ich noch nicht die Overlock. Ich habe die Nähte mit einem Zickzackstich genäht, damit sie ein bisschen flexibel sind. Drittes Problem! Ich denke, die Fadenspannung war insgesamt zu hoch. Sie war auch nicht perfekt eingestellt. Sie hat ziemlich stark am Stoff gezogen, was dann auch dazu geführt hat, dass der Stoff schnell gerissen ist.

Kaputte bzw. aufgerissene Nähte an einem selbst genähten Rock
Hier sieht man, wie die Nähte an den Einstickstellen aufgerissen sind. Und zwar überall und rundherum…

Fehler 4: Zu enger Schnitt

Ich hatte die Teile für den Stoff nur so ungefähr ausgemessen und nicht mit einem Schnittmuster genäht. Am Ende war der Rock unten ein wenig zu eng, sodass die Große beim Laufen immer einen sich spannenden Rock um die Beine hatte. Viertes Problem! Wenn ein Kleidungsstück zu eng ist, stehen die Nähte permanent unter Spannung. Auch das führt dazu, dass die Stoffe an den Nähten schneller reißen.

Schere beim wieder auseinander nehmen von meinem Upcycling-Projekt
Für die neue Version habe ich alles noch einmal aufgeschnitten und neu genäht. Alle Nähte wurden mit kontrastierendem Faden verstärkt.

Ihr seht schon: ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das ist ja auch mal ganz lehrreich. Weil ich den Rock aber süß fand, habe ich alle Nähte noch einmal aufgeschnitten. Aus einer alten Turnhose habe ich noch zusätzliche Teile geschnitten, die ich zwischen die weißen Stoffe eingefügt habe. Ich habe die Nähte diesmal mit meiner neuen Overlock genäht und dann zusätzlich noch mal mit einem kontrastierenden Faden abgesteppt. Sieht sogar noch viel peppiger aus und jetzt hält der Rock auf jeden Fall schon eine ganze Weile.

Detailbild von abgesteppten Nähten
Die neue Version hat noch dunkelblaue Streifen und an allen Übergangsstellen abgesteppte Nähte.

Ich habe mir angewöhnt, die Nähte abzusteppen oder Kappnähte zu verwenden, wannimmer einer der oben genannten Fehler droht. Hier seht ihr ein paar Beispiele, bei denen ich das explizit gemacht habe:

We Rock

Ich bin ganz happy mit dem Projekt in Summe. Auf dem T-Shirt, das jetzt ein Rock ist, steht „We rock“. Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht cool und wahr! Erstens, weil aus dem T-Shirt ja ein Rock geworden ist ;-) zweitens, weil meine Tochter und ich den Rock zusammen gemacht haben (We). Und drittens, weil es einfach so cool ist, aus verschiedenen Altkleidern etwas Neues nähen zu können, dass dann noch lange gebraucht wird. Das rockt einfach! 

Mit den Kindern zusammen Upcycling zu machen macht besonders viel Spaß! Hier sind alle Projekte, bei denen wir zusammen upgecycelt haben:

Erdbeer-Outfit aus löchrigen Hosen und altem Shirt

Ich habe eine durchlöcherte Kinderjeans restauriert und daraus eine süße Shorts mit Erdbeer-Applikation gemacht. Weil ich gerade so im Thema war und auch noch der heiße Sommer kam, habe ich dazu noch ein passendes Spaghettiträger-Shirt genäht. 

Upcycling Challenge

Ich folge zwei tollen Upcyclerinnen auf Instagram: „re_sew_able“ und „susa.streria„. Sie veranstalten regelmäßig Challenges bzw. Sewalongs, bei denen man zu einem bestimmten Thema etwas nähen und das dann mit der Community teilen kann. Hier habe ich schon öfter teilgenommen. Alle meine Beiträge, die ich für Upcycling-Challenges genäht habe, findet ihr hier: 

Dieses Male lautete das Thema „querbeet durch den Sommer“. In den Kreationen sollten also Obst, Gemüse, Pflanzen oder ähnliches vorkommen.  Zuerst war ich da nicht so inspiriert. Die Kinder brauchten gerade nichts Bestimmtes und für mich selbst wollte ich nicht gerade etwas mit Obst und Gemüse nähen. Aber natürlich ratterte es in meinem Kopf und mir kam ziemlich schnell eine kaputte Leggings in den Sinn, die rot mit weißen Punkten war. Erdbeere, klar. Und dann wurde es richtig heiß, täglich wanderten kurze Hosen und kurze Shirts in die Wäsche – und das eine oder andere „neue“ Teil konnte nun doch nicht schaden. Und schon war meine Teilnahme an der neuen Challenge beschlossene Sache.

Dekonstruktion und Integration

Bei den Begriffen Dekonstruktion und Integration bekommt das Upcycling gleich einen wissenschaftlichen Touch. Sie stammen aus meinem Upcycling-Buch „How to slay Omas Kleiderschrank“ von Katharina Glas und weil ich hier heute so wissenschaftlich arbeite, habe ich das unten ordentlich referenziert.

Auftrennen einer Kinderjeans
Die kaputten Stellen der Jeans habe ich entfernt und habe stattdessen andere Teile eingefügt.

Bei einem näheren Blick in die Upcycling-Kiste fand ich noch eine zerlöcherte Jeans mit eher dünnem Stoff und ein grünfarbenes Tuch. Die Jeans hätte eigentlich noch gepasst, sie war nur etwas kurz – und eben an mehreren Stellen kaputt. Bei Dekonstruktion und Integration nimmt man zuerst die alten Teile auseinander und setzt sie neu so zusammen, dass wesentliche Elemente wiedererkannt werden können. Der Bund und der Reißverschluss waren noch gut. Die Knie waren kaputt. Auch an den Gesäßtaschen gab es Löcher. Die unteren Beine waren in Ordnung. Ich habe also die Beine abgeschnitten und den oberen Teil der Hose in mehrstündiger Arbeit aufgetrennt. 

Wenn ich es kann, vermeide ich das Auftrennen eigentlich und schneide Nähte ab. Hier wollte ich aber das Hinterteil genauso ersetzen, wie es vorher auch gewesen war. Also mussten die vorderen Stoffteile inklusive Nahtzugabe erhalten bleiben. An sich hat das Auftrennen auch etwas Meditatives und man lernt viel darüber, wie Kleidung professionell genäht wird. Die Stabilität meiner selbstgenähten Kleidung hat schon enorm zugenommen, seit ich Nähte absteppe oder Kappnähte verwende. 

Aufgetrennte Jeans, aus der ein Schnittmuster gemacht wird.
Spannend, wie eine aufgetrennte Jeans aussieht. Ich dachte, hier ist eine Naht, aber die Jeans war einfach nur gefaltet. Aus dem abgeschnittenen Teil habe ich ein Schnittmuster für ein neues Teil gemacht.

Das abgetrennte Hinterteil habe ich als Schnittmuster-Vorlage verwendet. Die abgetrennten Beinteile wurden so quer gelegt zum neuen Hinterteil. Dabei musste ich am hinteren Teil etwas verbreitern, weil ich jeweils an einer Stelle die Raupennähte nicht aufgetrennt bekommen hatte (da, wo die Innentaschen fixiert waren) und dann doch drum herum geschnitten habe. 

Erdbeer-Applikation aus Leggings und Tuch

Dann kam der eigentliche Spaß: die Erdbeere! Ich habe eine Applikation an der Stelle gemacht, an der normalerweise die Gesäßtasche sitzt. Erst wollte ich eine richtige Tasche machen, aber dann dachte ich, kleine Kinder benutzen die sowieso nicht. Für die Erdbeerblätter habe ich die vier Ecken des Tuchs abgeschnitten und einmal verdreht, sodass sie eine Blattform bekommen haben. Ich habe sie so verdreht auf Vliesofix aufgebügelt, das Papier rundherum abgeschnitten und die Blätter auf die Jeans aufgebügelt und festgenäht. Den roten Teil habe ich aus der Leggings ausgeschnitten, versäubert, umgenäht, mit Vliesofix aufgebügelt und ebenfalls auf der Hose festgenäht.

Stoffreste für eine Erdbeere Applikation, die mit Hilfe von Vliesofix angenäht wird.
Um aus dem grünen Tuch Erdbeerblätter zu machen, habe ich sie dreieckig an den Ecken abgeschnitten, gedreht und auf Vliesofix aufgebügelt. So habe ich sie an der Jeans angebracht und festgenäht.

Dann habe ich die ganze Hose wieder zusammengenäht und darauf geachtet, dass die neue Nähte genauso konstruiert waren wie die alten. Ganz zum Schluss habe ich noch Beinbündchen aus rotem Erdbeerstoff ergänzt. Zum Anbeißen süß, oder?

Kindershorts aus Jeans mit Erdbeere und Schmetterling Applikationen
Neue Jeans-Shorts aus alten kaputten Kinderhosen

Ich wünsche mir einen Schmetterling

Ich musste meinen Plan noch mit der Großen abstimmen, da sie die Hose bekommen sollte. Auf die Frage nach einer Shorts mit Erdbeere antwortete sie, ob es nicht lieber ein Einhorn sein könnte. Ich meinte, es wäre schon schön, wenn es etwas mit Obst, Gemüse oder Pflanzen zu tun hätte :-D daraufhin einigten wir uns auf den Schmetterling.

Schmetterling-Applikation aus Stoffresten auf einer Kinderjeans
Mit der Schmetterling-Applikation habe ich eine unschöne Übergangsstelle verdeckt.

Der Schmetterling verdeckt gleichzeitig noch eine Stelle, an der der Stoff auch schon recht durchgescheuert war. Beim Upcycling kann man Applikationen immer gut zum Verstecken von Flecken, Löchern oder anderen unliebsamen Stellen verwenden. Hier findet ihr eine Sammlung der Applikationen, die ich schon genäht habe:

Passendes Spaghettiträger-Shirt

Als die Erdbeer-Hose schon in der Produktion war, wurde es richtig heiß und uns fiel auf, dass die Große gar keine Trägershirts hat. Ich hatte von meiner Freundin das „Nähen mit Jersey“-Buch von Klimperklein ausgeliehen und suchte mir das Cherry Cherry Lady Spaghettiträgershirt-Schnittmuster heraus. Wie passend :-) der Stoff ist aus einem alten Top, das ich geschenkt bekommen habe. Die Träger und die Einfassung sind aus dem restlichen Leggings-Stoff. Sowohl die Jeans als auch die Leggings habe ich fast vollständig wiederverwendet. Das freut mich immer – wegen Zero Waste und so.

Rotes Spaghettiträger-Top mit Gemüse und dem Klimperklein-Buch
Ich habe das Shirt nach dem Cherry Cherry Lady Schnittmuster von Klimperklein genäht.

Ich liebe ja solche Sets, die zusammenpassen! Hier könnt ihr sehen, was ich bereits alles als Set genäht habe:

Literatur

Hier findet ihr die Referenzen zu den im Text genannten Büchern.

Katharina Glas: How To Slay Omas Kleiderschrank – Upcyclingprojekte aus Secondhand-Mode ganz einfach genäht, Stuttgart 2021, frechverlag, ISBN 978-3-7724-4858-4

Pauline Dohmen: Klimperklein! Nähen mit Jersey für Kinder (Größe 104-164), Stuttgart 2020 (10. Auflage), frechverlag, ISBN 978-3-7724-6482-9

Color-Block-Rock aus zwei Blazern nähen

Ich gehe diese Woche seit knapp einem Jahr das erste Mal wieder ins Büro! Crazy world we live in… ein guter Anlass, endlich meinen ersten Upcycling-Rock zu tragen! Ich habe ihn aus zwei alten Blazern genäht, die ich nicht mehr anziehe und die teilweise am Innenfutter kaputt waren. Aus steif wird Colorblock, cool, oder?

Frau mit Maske vor dem Schnelltest-Zentrum, sowie auf dem Weg zur Arbeit bei sommerlichen Temperaturen
Ich arbeite derzeit im Home Office und war nur ausnahmsweise im Büro. Mit Corona-Schnelltest, Maske – und dem Upcycling-Rock!

Als das letztes Jahr mit dem Upcycling so richtig Fahrt aufgenommen hat, bin ich gedanklich durch meinen Kleiderschrank gegangen und habe überlegt, was sich gar nicht mehr trage. Die beiden klassischen Blazer sind mir sofort in den Sinn gekommen. Ich habe Blazer noch nie gerne getragen. Das erste Mal musste ich das zu meiner Konfirmation und ich sah furchtbar darin aus. Warum ich mir trotzdem im Laufe der Zeit mindestens fünf davon gekauft habe, weiß ich eigentlich auch nicht. Bei uns im Büro muss ich so etwas nicht tragen, maximal zu Konferenzen oder anderen wichtigen Meetings. Im Gegensatz zum Konfirmations-Blazer standen mir diese auch. Aber getragen habe ich sie trotzdem selten. 

Schematische Darstellung der Blazer und wie ich die Stoffe daraus geschnitten habe
Als Material für den Rock habe ich zwei Blazer und ein trägerloses Top verwendet.

Die Idee mit dem Blockstreifen hatte ich dann auch sofort. Erst dachte ich an senkrechte Streifen, aber ich bin froh, dass ich mich noch mal um entschieden habe. Die Streifen sind ein wenig schräg, was das ganze etwas auflockert. Sie sind an dem verfügbaren Stoff orientiert. Da die Blazer tailliert waren, waren die Stoffstücke trapezförmig. 

Bügeleisen beim Glattbügeln von Upcyclingnähten und Detailbild vom Innenfutter.
Alle Nähte habe ich von innen glatt gebügelt. Dann habe ich das Innenfutter ergänzt und alles am Bündchen festgenäht.

Als Bündchen habe ich ein trägerloses Top angenäht, das ich auch fast nie getragen habe. Es hatte bereits ein innenliegendes Unterbrustgummi, das im Rock als Verstärkung des Bündchens zum Einsatz kommt. Der Innenstoff ist aus meinem Abiballkleid. Das habe ich nämlich von einem langen zu einem kurzen Kleid gekürzt. 

Blockstreifen-Rock genäht aus zwei Blazern im Vergleich mit den Blazern, wie sie vorher aussahen, im Bilderrahmen
Ein Vorher-Nachher-Vergleich

Als ich im Dezember darüber nachgedacht habe, meinen eigenen Blog zu schreiben und einen Instagram Account zu eröffnen, ist mir der Upcycling Wettbewerb von der Klima Arena über den Weg gelaufen. Dort könntet ihr den Rock also schon einmal gesehen haben :-) Und jetzt kommt er endlich auch zum Einsatz! 

Alle Blogbeiträge zu Teilen, die ich für mich selbst upgecycelt habe, findet ihr übrigens hier: 

Kinder-Geburtstags-Taschen aus Stoffresten

Wir haben unseren ersten richtigen Kindergeburtstag gefeiert. So einen ohne Eltern. Ich war total aufgeregt! Zu solchen Anlässen werde ich immer extra kreativ ;-) Wir wollten eine Schatzsuche machen. Außerdem bekommen Kinder am Ende von Geburtstagen ja oft etwas mit nach Hause. Eine sehr schöne Geste. Was nun aber jedem klar ist, der diesen Blog schon länger liest, ist dass es eine Plastiktüte bei uns nicht geben würde. Ich wollte daher stattdessen Stofftaschen nähen, die man auch später noch als kleines Handtäschchen benutzen kann. 

Das Material

Das Schnittmuster habe ich mir selbst ausgedacht. Es ist eine Mischung aus einfach, praktisch und stabil. Damit es für die Kinder ansprechend ist, habe ich für jede Tasche ein anderes Motiv aus einem alten Shirt verwendet. Die Außenseite der Tasche besteht aus Jeansresten. Die Innenseite besteht wahlweise aus alter Bettwäsche, Stoffresten oder dem gleichen Shirt-Stoff wie außen. Der Tragegurt ist ebenfalls aus einem oder zwei dieser Stoffe genäht. 

Kleine Kindertasche von vorne, hinten, innen und Details
So sah eine fertige Tasche von allen Seiten aus.

Der Prototyp

Zuerst habe ich einen Prototypen genäht, um zu schauen, wie alles klappt. Dieser ist eher eckig gewesen und bestand aus relativ vielen kleinen Einzelteilen. Dadurch hatte ich an den Ecken die Herausforderungen, das viele Nähte aufeinandertreffen. Das fand ich dann nicht so schön. Daher habe ich für die anderen Taschen die Ecken abgerundet und dort, wo ich genug Stoff hatte, ein langes Seiten-Bodenteil verwendet. 

Kinder-Geburtstagstasche, das Upcycling-Shirt, die Stoffe und das Nähmaterial
Das Vorderteil besteht aus Shirt und Jeans und ist doppelt genäht. Der restliche äußere Teil ist Jeans, der Innenteil eine alte Bettwäsche.

Bettwäsche ist beim Upcycling universell einsetzbar. Hier findet ihr alle Projekte, bei denen ich diese Bettwäsche schon verwendet habe:

Ich bin nicht so der Typ für Fließbandarbeit und dass ich eine Deadline hatte, macht es nicht besser. Mein Mann hat mir daher beim Zuschneiden geholfen, wofür ich sehr dankbar war. Dadurch ging alles gleich viel schneller und ich konnte die Taschen innerhalb von einer Woche fertigstellen.

Kindertasche mit Fußballmotiv aus Jeans und Bettwäsche
Der Prototyp war mir zu eckig, weshalb die weiteren Exemplare etwas runder ausgefallen sind.

Die Schatzsuche

Die Taschen sind aber nicht einfach nur Taschen mit Bildern. Die Motive auf den Taschen wurden zu der Storyline für unsere Schatzsuche. Jedes Kind hat beim Topfschlagen eine Tasche mit einem Hinweis gefunden. Das Motiv des Hinweises passte jeweils zu dem auf der Tasche.

Zwei Kindertaschen aus alten Shirts und Jeans mit Hinweis-Zetteln für die Schatzsuche
In jeder Tasche war ein Hinweis passend zum Motiv versteckt.

Auf dem Weg zum Schatz mussten die Kinder sechs Aufgaben lösen. Jeweils eine Aufgabe war auf einen Zettel geschrieben. Sie sind den Kreidepfeilen gefolgt und dann jeweils auf die Stationen gestoßen. Der richtige Hinweis wurde vorgelesen und die Aufgabe gelöst. So konnten die Kinder in Windeseile den Schatz im Wald finden.

Kleine Kindertaschen für eine Schatzsuche am Kindergeburtstag
Die Aufgaben wurden dann gelöst, wenn ein entsprechendes mit Kreide aufgemaltes Motiv auf der Straße gefunden wurde.

Der ersehnte Schatz

Der Schatz wurde brüderlich unter allen Kindern aufgeteilt und jeder konnte seine Schätze in seinem Täschchen mit nach Hause nehmen. Ich habe noch nicht so viel Erfahrung mit Kindergeburtstagen und war nachher von mir selber überrascht, dass zwar die Taschen sehr nachhaltig waren, aber der Inhalt nur teilweise.

Schatztruhe mit Süßgkeiten, Bügelperlen-Platten, Badezusatz, Glitzerstiften und selbst genähten Taschen
Der Inhalt der Schatztruhe konnte in den Täschen mit nach Hause genommen werden.

Habt ihr Ideen, welche schönen Mitgebsel man am Kindergeburtstag verteilen kann, die nicht einzeln klein in Plastik verpackt sind? Über eure Tips würde ich mich sehr freuen!

Die Mitgebsel-Tasche

Und so durfte jedes Kind seine Tasche am Ende mit nach Hause nehmen:

Kindertasche mit Geburtstags-Mitgebsel
Jedes Kind war sehr stolz auf seine Tasche und der Inhalt wurde bis zum Ende des Geburtstags gut behütet.

Weitere Ideen für die Verwendung von Stoffresten findet ihr auch hier:

Schicken Flicken sticken mit Vliesofix

Ich habe aus Stoffresten einen Einhorn-Flicken genäht. Danach war ich der Superstar, das kann ich euch sagen :-D ich habe mit dem iPad ein Bild aus dem Internet auf Vliesofix Bondaweb übertragen, die Teile auf die bunten Stoffreste aufgebügelt und so auf der kaputten Leggings fixiert. Dann habe ich alle Ränder mit einem engen Zickzackstich abgesteppt. Ich erkläre euch alles Schritt für Schritt:

Schon wieder eine Leggings kaputt. Manchmal denke ich, das ist der Fluch der Eltern im Kindergartenalter. Ich weiß gar nicht, was Eltern machen, die nicht nähen können. Ob sie alle Hosen einfach gleich wegschmeißen? Eigentlich wollte ich die Leggings einfach schnell klassisch flicken, aber dann kam mir die Idee mit dem Einhorn. Und ich hatte wieder ein Projekt ;-)

Löcher in Hosen haben wir hier wöchentlich. Diesmal habe ich ein komplexeres Bild gewählt und verschiedene Stoffreste verwendet.

Bilder aus dem Internet mit dem iPad abpausen

Um Bilder aus dem Internet zu verwenden, muss man nicht unbedingt einen Drucker haben. Das Tablet leuchtet ja ein wenig, so dass die Bilder gut durch das (Vliesofix-Bondaweb-)Papier durchscheinen, wenn man etwas abpausen möchte. Ich habe es vorsichtig mit Bleistift gemacht. Dabei habe ich die verschiedenen Teile des Einhorns separat übertragen, weil ich sie später mit verschiedenen Farben annähen wollte. Außerdem habe ich die Leggings an der Beininnennaht aufgetrennt. 

Wenn man Vliesofix verwendet, bügelt man erst das Vliesofix-Papier auf den Stoff, den man „aufkleben“ möchte. Dann zieht man die Folie ab und bügelt die Teile mit einem feuchten Handtuch auf den Unterstoff auf.

Stoffe mit Vliesofix Bondaweb befestigen

Als nächstes legt man die Papier-Teile auf die Stoffreste und bügelt sie vorsichtig fest. Dann können sie entlang der Bleistiftlinien ausgeschnitten werden. Als nächstes werden sie mit einem feuchten Tuch auf die Stelle gebügelt, an der sie später auf der Hose sein sollen. Dadurch werden die Teile leicht angeklebt, so dass sie beim Nähen nicht verrutschen. Ich habe festgestellt, dass das nicht bei allen Stoffen gleich gut funktioniert. Nylonstoffe kann ich z.B. nicht empfehlen (das Horn des Einhorns war aus einem alten glitzernden Turnanzug-Stoff).

Gleichzeitig sticken und Hose flicken

Dann habe ich alle einzelnen Teile mit einem schwarzen Faden festgenäht, damit man die Konturen gut sieht. Dadurch, dass die Hose aufgetrennt war, konnte ich hier relativ gut arbeiten. Auch wenn ich nicht mit allen Linienrundungen perfekt zufrieden war. Aber ich sage ja immer: embrace imperfection.

Aufgetrennte Hose, die geflickt wird
Ich habe die Stoffteile mit der Nähmaschine aufgestickt, dafür hatte ich die Hose an der Seite aufgetrennt. Das Auge des Einhorns habe ich mit der Hand aufgenäht.

Zuletzt habe ich noch das Ohr vervollständigt und das Auge mit Hand aufgestickt. Dann habe ich die Beininnennaht mit der Overlock wieder geschlossen, was schnell und problemlos geht. Die einzelnen Schritte habe ich auch auf einem Video auf Instagram festgehalten. Alle meine bisherigen Upcycling-Anleitungen findet ihr hier:

Unsere Tochter war völlig aus dem Häuschen. „Mama, du bist so toll, weil du so toll nähen kannst!“ – „Die ziehe ich morgen an und dann werde ich sie den ganzen Tag bewundern!“ – „Bestimmt wundern sich alle Kinder im Kindergarten, dass ich so ein tolles Einhorn auf der Hose habe!“ :-D Na, da hat sich die Mühe doch gelohnt!

Wenn ihr noch mehr Ideen zum kreativen Flicken von Hosen sucht, schaut doch mal hier durch:

Flicken 2.0 oder aus 2 mach 1

Ich habe aus zwei Jogginghosen mit Löchern an den Knien eine neue Hose gemacht. Dafür habe ich die Seitennähte der einen Hose aufgetrennt, die Hosenbeine diagonal durchgeschnitten und entsprechende Teile von der anderen Hose eingesetzt. Damit habe ich sie gleichzeitig auch noch ein wenig verlängert.

Beide Hosen hatten kaputte Knie. Die blaue Hose wurde die Masterhose und die graue diente als Stofflager. Ich habe die Hose dabei noch etwas verlängert, wie man auf dem „Zwischendurch“-Bild sehen kann.

Ich habe meinen Blog ein bisschen aufgeräumt und am Ende jedes Beitrags ein Bilderkarussell zu weiteren interessanten Blogbeiträgen eingefügt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich immer noch total hinterher bin mit dem Schreiben von Blogbeiträgen. Insbesondere habe ich noch einige Flicken-Projekte hier herumliegen. Auf meiner Suche nach Wegen, geflickte Hosen nicht wie geflickte Hosen aussehen zu lassen, sind mir noch ein paar coole Ideen gekommen. Daher würde ich diese und nächste Woche zwei vorstellen.

Die Nähte habe ich abgesteppt, weil es schick aussieht und besser hält. Das zweite Bild zeigt die Hose von hinten.

Ich habe mittlerweile sehr gute Erfahrungen damit gemacht, Flicken und weitere Änderungen jeder Art an Kinderhosen mit aufgetrennten Seitennähten zu machen. Das Auftrennen ist zwar zusätzliche Arbeit, aber dadurch lässt sich die Kniepartie viel besser bearbeiten und das Schließen der Nähte am Ende geht mit der Overlock ratzfatz. 

Mittlerweile gibt es in der Kategorie „Verbessern und Reparieren“ schon einige Ideen für kaputte Hosen. Ein paar Beispiele seht ihr hier: 

Food Upcycling Dry Bread Tiramisu

Heute schreibe ich euch über ein Food Upcycling Experiment, das erstaunlich gut geglückt ist. Ich habe trockene Brötchen anstelle von Löffelbiskuit für Tiramisu verwendet. Damit die Süße stimmt, habe ich sie nicht nur mit Espresso, sondern mit einer Espresso-Zucker-Mischung bestrichen. Die trockenen Brötchen hatte ich über das Foodsharing-Netzwerk erhalten und alternativ hätte man daraus nur noch Semmelmehl machen können. Ihr findet hier die klassische Version mit Espresso und Amaretto und eine Kinderversion mit Kakao. Und weil es so lecker ist, habe ich auch noch eine alternative Version für Schwangere* ergänzt.

Ich ernähre mich generell gesund und als Familie sind wir dafür auch bekannt. Dabei leben wir keinesfalls zuckerfrei, obwohl das manche unserer Verwandten zu glauben scheinen. Es kommt eben auf die richtige Dosis an. Daher mache ich auch hin und wieder Tiramisu, eins meiner Lieblingsrezepte. Der ist zwar in keinerlei Hinsicht gesund, aber einfach lecker und gut für die Seele. 

Meistens bekomme ich über das Foodsharing tiptop Lebensmittel, die einfach wirklich zu schade für die Tonne sind. Manchmal gibt es vom Bäcker aber auch trockene Brötchen, bei dem unsere Foodsharerin schon dazu sagt, dass man sie nur noch aufgebacken essen kann. Und von denen gab es an diesem Tag ziemlich viele. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mal Semmelmehl daraus zu machen. Aber dann kam mir die Idee mit dem Tiramisu.

Ich habe schon öfter mal Tiramisu mit alternativen Keksen gemacht, weil ich auf Löffelbiskuit wirklich nicht stehe und man immer die großen Packungen kaufen muss, die dann nicht leer werden. Leibnizkekse oder selbstgemachte Kekse eignen sich aber nicht so gut, weil sie im Tiramisu matschig werden. Mit den trockenen Brötchen hat es aber erstaunlich gut funktioniert, wenn man die Tipps im Rezept beachtet.

Zutaten für Tiramisu aus trockenen Brötchen
Neben den trockenen Brötchen verwende ich die normalen Tiramisu-Zutaten plus etwas extra Zucker für die Brötchen.

Zutaten Dry Bread Tiramisu

  • 500g Mascarpone
  • 1/8 (*koffeinfreien) Espresso oder starken Kaffee
  • 1TL brauner Zucker
  • 4 Eigelb
  • 2 Eiweiss
  • 100g Puderzucker
  • 2cl Amaretto (*oder 1-2 Tropfen Mandelaroma)
  • ca. 4 trockene Brötchen
  • ca. 3EL Kakao

Zutaten Kinder-Tiramisu

  • 500g Mascarpone
  • 1/8 Kakogetränk
  • 4 Eigelb
  • 2 Eiweiss
  • 100g Puderzucker
  • ca. 4 trockene Brötchen
  • ca. 3EL Kakao

Rezept

Die Brötchen müssen komplett trocken sein, so wie man sie auch für Semmelmehl verwenden würde. Am besten schneidet man sie in schmale Streifen (1-1,5cm Durchmesser), legt sie auf ein Backblech oder Tablett und lässt sie drei bis fünf Tage komplett durchtrocknen. 

Damit der Brötcheninhalt dem Biskuit mehr ähnelt, wird zunächst der Espresso gekocht und mit dem braunen Zucker vermischt, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann werden die Brötchen-Sticks damit bestrichen, bis sie durchtränkt, aber nicht schwammig sind. 

Für die Creme werden Eigelb und Puderzucker verrührt und dann mit der Mascarpone vermischt. Das Eiweiß wird steif geschlagen und unter die Masse gehoben. 

Dann schichtweise die bestrichenen Brotstreifen und die Creme in eine Form geben. Die unterste Schicht besteht aus Brot, die oberste Schicht aus Creme. Für eine Weile in den Kühlschrank geben. Vor dem Servieren mit Kakao bestreuen.

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