Fünf Techniken, mit denen du aus jedem Stoff einen perfekten Upcycling-Pullover nähen kannst

Beim Upcycling musst (oder darfst!) du mit dem arbeiten, was du hast. Während du beim „normalen“ Nähen einen Stoff kaufst und das Schnittmuster nach Anleitung ausschneidest, hast du beim Upcycling die Herausforderung, dass die Stoffe in Größe und Beschaffenheit nicht ideal auf das Ergebnis abgestimmt sind. Das muss aber keine Einschränkung sein! Mit den richtigen Techniken machst du aus der alten Kleidung ein individuelles Designerstück! 

  1. Materialmix und doppelte Lagen
  2. Color Blocking
  3. Wiederverwendung von Nähten und Applikationen
  4. Verstecken von unschönen Aufdrucken
  5. Jersey-Bündchen

Ich zeige dir heute einen Upcycling-Hoodie, den ich nach dem Schnittmuster Lys von Krullenbol genäht habe. Über die Entstehungsgeschichte kannst du in meinem letzten Blog Beitrag lesen: 

Materialmix und doppelte Lagen

Normalerweise nennt man einen Hoodie aus Sweatstoff. Beim Upcycling kannst du aber auch andere Materialien verwenden. Mein Hoodie besteht aus Sweat, Jersey und Schal. Die Rückseite ist aus einer Sweatjacke genäht. Die hellgrauen Sweat-Teile sind aus einer Kinderjacke entstanden. Der Schal ist natürlich eigentlich zu dünn für einen Hoodie. Schals haben aber den Vorteil, dass sie oft schöne Muster haben. Und den Nachteil, dass sie oft selten getragen werden, weil man einfach zu viele hat! Hier kann man sich behelfen, wenn man den Schalstoff mit einem anderen dünnen Stoff, z.B. einem T-Shirt, doppelt verarbeitet. In der Summe haben die Lagen dann eine ähnliche Eigenschaft wie der Sweat. Der Materialmix macht das Ergebnis außerdem noch interessant!

In der inneren Lage lassen sich prima Stoffe verwenden, die aufgrund von Design oder Beschaffenheit ohnehin nicht als Oberstoff weiter verwendet worden wären.

Doppelte Lagen können es in den verschiedensten Projekten ermöglichen, eigentlich zu dünne Stoffe noch zu verwenden:

Color Blocking

Alte Kleidungsstücke können in der Regel nicht 1:1 für neue Kleidungsstücke verwendet werden, es sei denn, sie sind viel größer. Ich habe schon einige Male aus XXL Kleidung etwas neues für mich genäht. Der Klassiker ist Kinderkleidung aus alten Erwachsenensachen. Für all die Fälle, in denen der verfügbare Stoff von der Größe her nicht reicht, eignet sich Color-Blocking perfekt:

Du kannst jedes Schnittmuster zerteilen, um ein Color-Block-Stück daraus zu machen. Einfach mit geraden Linien die Schnittmuster-Teile zerschneiden und beim Zuschneiden daran denken, an diesen Rändern eine Nahtzugabe hinzuzufügen. Eine Anleitung findest du hier:

Übrigens lässt sich die Blocking-Technik auch da einsetzen, wo gar keine optischen, d.h. verschieden farbige, Blöcke gewünscht sind. Durch den Oversize-Charakter von „Lys“ mussten die Teile sehr breit sein, weil sie bist über die Schultern geschnitten sind. Hier hat selbst die XL-Sweatjacke nicht gereicht. Daher habe ich dunktelblause Stücke eingesetzt. Das fällt beim ersten Hinsehen gar nicht auf.

Der blaue Stoff hat eine Naht, da der ursprüngliche Stoff nicht groß genug war.

Wiederverwenden von Nähten und Applikationen

Das Schöne am Upcycling ist, dass man sich an schönen bestehenden Elementen orientieren und sie gekonnt wiederverwenden kann. Ich mache mir das oft zunutze, wenn ich Säume übernehme oder ein Kleidungsstück entlang der bestehenden Nähte verkleinere. Auch Applikationen kann man toll wiederverwenden:

Im Fall von „Lys“ habe ich den Stern wiederverwendet. Sieht in der Kombi mit den Kontrastfarben richtig cool aus!

Der Pailletten-Stern kommt in der Kombi mit den anderen Stoffen richtig gut zur Geltung.

Verstecken von unschönen Aufdrucken

Nicht alle Kleidungsstücke, die ich geschenkt bekomme, kann ich ohne Weiteres wiederverwenden. Unschöne Aufdrucke sind da oft ein Problem. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit solchen Shirts (ich habe sie einmal „Motto-Shirts“ genannte), umzugehen:

Im Fall von „Lys“ habe ich die Variante gewählt, in der der Aufruck auf der Innenseite verschwindet. Sieht ja keiner ;-)

Der Aufdruck ist auf der Innenseite der Ärmel gelandet. Dort sieht ihn keiner, der Stoff kann aber trotzdem nochmal verwendet werden.

Jersey-Bündchen

Bündchen sind eine tolle Sache und ich mag sie total gerne. Bündchen-Stoff hat man beim Ucpycling aber immer zu wenig zur Verfügung. Auch sind Bündchen an Altkleidern oft ausgeleiert. Man kann Bündchen aber auch einfach aus gut dehnbarem Jersey nähen. Davon hat man meistens etwas da.

In diesem Fall mochte ich das graue Shirt mit der nichtssagenden Farbe gar nicht. In der Kombination mit den anderen Stoffen in „Lys“ sieht er aber richtig gut aus!

Jersey-Stoff ist oft dehnbar genug, um ihn auch als Bündchen zu verwenden.