5 Tipps für das Flicken von Kinderhosen mit gleichzeitiger Verlängerung

Heute saß ich an der Nähmaschine und dachte: angefangen hat alles mit Flicken. Dann habe ich relativ schnell bei den kaputten Kinderhosen den kompletten Mittelteil ausgetauscht anstatt nur etwas drauf zu nähen. Was dann auch dazu führte, dass ich die Hose im gleichen Schritt noch ein wenig verlängert habe. Das habe ich jetzt schon in verschiedensten Facetten gemacht und mittlerweile ist es wirklich mehr als ein Flicken – eher so eine Art stilistisches Mittel. Und so macht das Flicken richtig Spaß! In diesem Beitrag teile ich daher meine 5 Tipps für das Flicken von Kinderhosen:

  1. Seiten auftrennen
  2. Immer gleich beide Knie flicken
  3. Großflächig flicken
  4. Flickenstelle verstärken
  5. Hose verlängern
Wenn man beim Flicken kreativ ist, sieht das Ergebnis auch gleich viel weniger wie eine „geflickte Hose“ aus.

In meinem Lernprozess habe ich schon folgende wichtige Erfahrungen gemacht:

1. Seiten auftrennen

Mit der Nähmaschine kommt man kaum in die Beine von Kinderhosen rein und kann nur schlecht Flicken befestigen. Daher sollte man die Seitennähe rund um die Flickenstelle vorher auftrennen.

2. Immer gleich beide Knie flicken

Ja, in der Regel ist zuerst nur eine Seite durch – die, die die Kinder präferiert zum Hinknien benutzen. Aber sehr, sehr oft folgt die zweite Seite zeitnah und dann fängt man wieder von vorne an. 

3. Großflächig flicken

Wer nur die Stelle flickt, die gerade kaputt ist, vergisst, dass die Kinder wachsen und das nächste Loch 1 bis 2 cm unter der alten Stelle bereits naht. Mehr ist in diesem Fall tatsächlich auch mehr und der entsprechende Flicken sollte die obere Hälfte vom Schienbein gerne abdecken.

4. Flickenstelle verstärken

Gerade bei dünnen Hosen wie Leggings ist man geneigt, einen ähnlich dünnen Stoff für die Flicken-Applikation zu verwenden. Aber Achtung: dann ist die Hose schnell wieder durch und man steht vor dem gleichen Problem. Lieber verstärkt man die Stelle und macht aus der Lieblingsspielhose auch dauerhaft einen treuen Begleiter.

5. Hose verlängern

Ich finde nichts ärgerlicher als eine mit viel Liebe und Arbeit bearbeitete Hose, die dann im nächsten Monat zu klein wird. Daher verlängere ich meine Hosen meistens im gleichen Schritt noch so, dass sie zumindest diese Saison noch halten. Das kann direkt an der Kniestelle erfolgen oder auch als neue Bündchen an den Hosenbeinen.

Diese Hosen habe ich schon gleichzeitig geflickt und verlängert und dabei eine Menge gelernt:

Dieses Mal hatte ich eine fixe Vorstellung von einem Karo-Muster. Der Mittelteil ist gequiltet und die Technik eignet sich wunderbar zum Verbrauchen selbst kleinster Stoffreste. Damit der „Checker-Teil“ gut im Kindergartenalltag hält und die Hose bequem ist, ist der Mittelteil noch mit einem dünnen T-Shirt-Stoff hinterlegt und durch Absteppnähte verbunden. Gequiltet und doppelt genäht ist nur die Vorderseite. Hinten in der Kniekehle ist nur ein einfacher Sweatstoff ohne Nähte vernäht. So bleibt die Hose beim Sitzen, Knien und Herumrutschen bequem.

Der gequiltete Einsatz ist an der Beinvorderseite doppellagig. So halten die Stoffreste gut zusammen und die Hose hält vielen weitere Stunden auf den Kinderknien Stand.

Der kleine Checker fand die neue Hose auch gleich richtig cool. Und das, obwohl kein Rennauto drauf war! (Ich soll schon längst mal eine Hose mit einem Rennauto nähen… das kann ja wohl nicht so schwer sein?!) Im Kindergarten sind meine Nähprojekte auch längst Alltag. „Hat das auch deine Mama genäht?“ – na klar ;-)