Upcycling-Langarmshirt mit Weltall-Applikation

Ich habe aus einem abgelegten T-Shirt und vielen Stoffresten ein Langarmshirt in Größe 110 genäht. Das Schnittmuster ist das Freebook „Immergrün“ von Firlefanz. Die Applikation habe ich zusammen mit den Kindern selbst designt.

Ich war inspiriert von einer Cosmos-Kampagne von Kokodolores Patterns. Schaut doch mal auf der Website vorbei, hier gibt es auch viele Freebooks. Die Teilnehmer nähen eine ganze Kinder-Kollektion, aber das war für mich in diesem Monat nicht drin. Die Idee mit der Rakete ging mir aber nicht mehr aus dem Kopf. Außerdem wollte ich mal wieder ein „richtiges“ Schnittmuster nähen, nachdem ich in letzter Zeit so viel repariert und verändert hatte. Und noch dazu passte es zu dieser Hose aus dem Beitrag „Coole Kinder-Jogginghose aus Hoodie nähen“, die ich schon einmal genäht hatte, was es dann zumindest zu einem Outfit, wenn auch nicht ganz zu einer ganzen Kollektion macht.

Das Langarmshirt passt zu der Jogginghose, die ich im ersten Halbjahr genäht habe. Die Stoffreste hatte ich aufgehoben und konnte sie nun in der Applikation verwenden.

Ein Nachteil beim Upcycling, wenn man so will, ist dass man nicht immer schön gemusterte Stoffe zur Verfügung hat. Man muss ja mit dem leben, was man selbst oder andere nicht mehr haben wollen. Ich achte bei diesen Teilen insbesondere auf die Stoffqualität. Sonst kann es passieren, dass die Stoffe schnell wieder reißen. Hier habe ich schon so einige Erfahrungen gemacht, zum Beispiel bei diesem Rock den ich im Beitrag „We Rock – Doppelt genäht hält besser“ gleich zwei Mal nähen musste oder bei dieser Sporthose, über die ich auf Instagram ein Story Highlight zum Thema „Embrace Imperfection“ geschrieben habe, weil sie gleich nach dem ersten Tragen gerissen ist.

Das dunkelblaue T-Shirt hatte einen guten festeren Baumwollstoff und war nur selten getragen. Es gehörte dem Papa und war schon länger auf dem Dachboden bei den Großeltern gewesen. Außerdem war es perfekt, weil es ziemlich genau für ein Langarmshirt in Größe 110 reichte. Das fand ich dann zufällig heraus. Ich habe zuerst alle Teile ausgeschnitten und dann vor dem Zusammennähen die Applikation angebracht. Mit dem gleiche Schnittmuster kann man übrigens auch ein T-Shirt nähen, das habe ich bei diesem Beitrag „Ein Ucycling-Patchwork-T-Shirt nähen“ gemacht.

Ich habe die Applikationen vorgezeichnet. Sie dienten gleichzeitg aus Ausmalbild und als Vorlage für die einzelnen Stoffstücke. Ich habe sie mit Vliesofix abgepaust und so die einzelnen Formen auf die Stoffe aufgebügelt.

Die Rakete habe ich auf Papier vorgezeichnet, die Kinder durften sie ausmalen. Ich habe die einzelnen Teile mit Vliesofix-Papier abgepaust und mit dem Bügeleisen auf die verschieden farbigen Stoffreste übertragen. Nach dem Ausschneiden entlang der aufgezeichneten Linien habe ich sie auf den dunkelblauen Stoff aufgebügelt und mit einem engen Zickzack-Stich in den entsprechenden Farben appliziert. Applikationen sind ein schöner Weg, mit „langweiligen“ Stoffen etwas Pepp in die Upcyling-Projekte zu bringen. Allerdings braucht so eine Applikation mit diesem Stil richtig viel Garn. Orange und hellgrau sind komplett leer geworden, ich musste sogar etwas tricksen und den Unterfaden am Ende in einer anderen Farbe nähen, damit es reicht. Das ist auch der Grund, warum das Garn am Ring des Saturn rot ist und nicht orange. Aber das wäre euch gar nicht aufgefallen, stimmt’s?

Der Saturn ist mit einem engen Zickzackstich abgesteppt. Die Ärmel haben jeweils einen orange-farbenen und einen grauen Streifen.

Dann habe ich alles zusammengenäht. Die Streifen an den Armen waren eine spontane Idee, weil ich aufgrund des verfügbaren Ausgangsstoffes ohnehin eine Naht am Ärmel haben musste. Für mich ist das ein richtig cooler Teil des Upcyclings, dass man oft noch im Prozess durch die Limitierung der verfügbaren Stoffe Ideen bekommt, die das Ergebnis noch besser und kreativer machen.

Hier könnt ihr ein paar Beiträge sehen, bei denen ich aus der Not eine Tugend gemacht habe:

Ich bin ein 80-20-Mensch. Schnell und effizient, aber nicht immer so genau. Im Leben hat mich das schon weit gebracht. Beim Nähen ist das eher hinderlich. Über das letzte Jahr habe ich erfahren, welchen Wert es hat, genau zu arbeiten. Ich habe mir also extra Mühe gegeben. Ich habe die Fadenspannung an der Overlock komplett neu eingestellt. Ich habe genau genäht und bei den Stellen mit mehreren Lagen manuell das Handrad bedient. Ich habe sogar nach der Anleitung von Isabell auf Instagram (@re_sew_able) einen „Streberstreifen“ in Nacken eingenäht. Qualitativ ist dieser Pulli wohl das Beste, das ich je genäht habe. Am Ende sah das Langarmshirt perfekt aus, nur vielleicht ein wenig eng? Die Anprobe am nächsten Morgen bewies das Gegenteil: passt perfekt, mit Luft zum Wachsen. Galaktisch genial! Den Saum habe ich noch angebracht und dann musste auch schon alles fotografiert werden. Wegen der #cosmoscrew Instagram Challenge in dieser Woche. Ihr wisst Bescheid ;-)

Rechts seht ihr die Rakete, links den Nackenausschnitt mit dem „Streberstreifen“. Sieht richtig professionell aus.

Hier findet ihr alle Projekte, die ich wegen oder inspiriert durch Instagram genäht habe: