Malven vermehren

In diesem Beitrag erkläre ich euch, wie ihr Malven selbst vermehren könnt, zu welchem Zeitpunkt ihr sie auspflanzen solltet, ob ihr Malven in Kübel pflanzen könnt und mit welchen Krankheiten und Schädlingen ihr rechnen müsst. Ich habe dazu meine Erfahrungen aus dem Jahr 2021 dokumentiert.

Ich ziehe zurzeit Malven aus selbst gewonnenen Samen. Mit ein paar Upcycling-Materialien geht das ganz leicht. Natürlich gehe ich nicht soweit und bezeichne das Vermehren von Pflanzen als Upcycling, das wäre nun wirklich etwas vermessen. Aber im Sinne von reduce-reuse-recycle geht es mir auch darum, Ressourcen zu schonen, indem ich etwas erst gar nicht kaufe. Wenn man durch den Baumarkt oder ein Pflanzencenter geht, bekommt man manchmal den Eindruck, Pflanzen wären ein Wegwerfprodukt. Aber natürlich sind sie das exakte Gegenteil davon!

Letzten Frühling mussten wir neue Pflanzen kaufen, weil wir einen neuen Garten hatten. Wir haben auch ein paar Ableger und geteilte Pflanzen von der Familie bekommen. Darüber hinaus schaute ich vor allem nach winterharten Pflanzen, die auch blühen. Ich kaufte verschiedene Staudenpflanzen und war gespannt, wie sie sich über das Jahr entwickeln würden. 

Wann kann ich Malvensamen ernten?

Die Malvenfrüchte sehen aus wie kleine Käseleibe, weshalb die Malve auch „Kasepappel“ genannt wird. Ich habe sie drei Wochen getrocknet, bevor ich sie ins Glas zum Überwintern gefüllt habe.

Die wilde Malve war mein Gewinner der Stauden-Teststrecke. Aus dem kleinen Pflänzchen wurde ein großer Strauch, der über und über mit großen rosafarbenen Blüten bedeckt war. Sie blühte und blühte und blühte von Mai bis Oktober in zwei Schüben. Nach der ersten Blüte im Sommer erntete ich die Samen, ließ sie trocknen und füllte sie in ein Glas.

Wie kann ich Malvensamen einpflanzen?

Wir haben die Samen in Eierkartons gepflanzt. Wenn die Samen gekeimt sind und die ersten richtigen Blätter wachsen, werden sie umgepflanzt.

Anfang Februar haben wir begonnen, die Samen im Haus einzupflanzen. Erst haben wir sie in einem alten Eierkarton verteilt. Als die Keimlinge anfingen, die ersten richtigen Blätter zu bekommen, pflanzte ich sie nach und nach in recycelte Milchkartons um. Sie scheinen robust zu sein und ich habe kaum Verluste zu beklagen. Ich denke, wir werden sie Ende April auspflanzen. Ich bin schon ganz gespannt, ob ich wirklich aus einer 3€-Staudenpflanze eine ganze Reihe an neuen Stauden gewinnen kann – und werde berichten!

Ich ziehe die Malvenpflanzen in Milchkartons, bis wir sie nach draußen pflanzen können.

Wann muss man Malven auspflanzen?

Die Malven habe ich Anfang Mai ins Beet ausgepflanzt. In der Zwischenzeit waren noch diverse weitere Samen gekeimt und ich habe viele Pflanzen verschenkt. Auch dort, wo die alte Malve ursprünglich gestanden hatte, sind noch hunderte neue Pflänzchen gekeimt. Man sieht also: die Vermehrung von Malven ist wirklich kinderleicht! 

Wo kann ich Malven pflanzen?

Malven sind Pfahlwurzler und mögen es, als Solitärpflanze alleine zu stehen. Wenn sie Sonne, einen tiefen Boden zum Wurzeln und genügend Platz rundherum haben, gedeihen sie prächtig und blühen zweimal im Jahr über und über mit zartlila Blüten. Ein wahrer Bienenmagnet! Da die Malven so tief wurzeln, benötigen sie nur sehr selten zusätzliches Wasser. Hier habe ich noch keine so guten Erfahrungswerte, weil dieses Jahr sehr verregnet war und Trockenheit ohnehin nicht zu den Problemen gehörte. 

Malve im Beet und Malve in einem Kübel zum Vergleich.
Die Malve im Beet hat etwa einen Durchmesser von 1m und ist ebenso hoch. Sie hat schon unzählige Blätter, Blüten und Zweige ausgebildet. Die Malve im Kübel hat etwa einen Durchmesser von 40cm und ist etwa 50cm hoch. Sie hat ein paar wenige Blüten und nur den Haputstiel.

Kann ich Malven im Kübel halten?

Zum Vergleich habe ich auch zwei Malven im Kübel gepflanzt. Die Kübel waren ca 40 bis 50 cm hoch. Hier sind die Malven viel kleiner geblieben. Es fehlt einfach der Platz für die lange Pfahlwurzel. Auch dort, wo sich die Malven selbst ausgesät hatten und viel zu dicht gewachsen sind, sind die Pflanzen nicht so groß geworden und hatten weniger Blüten. Ich habe also nicht nur unheimlich viel Spaß gehabt, Ressourcen geschont und meine Mitmenschen mit bienenfreundliche Stauden beglückt, sondern auch noch jede Menge gelernt. Ein schöner Erfolg!

Biene und Marienkäfer auf Malven.
Im Malvenbeet herrscht Hochbetrieb.

Warum haben meine Malvenblätter Löcher?

Malven und Stockrosen können vom Malven-Erdfloh bzw. Podagrica fuscicornis befallen werden. Ich verlinke euch hier einen entsprechenden Artikel auf Wikipedia. Die Flöhe sind eigentlich Käfer, die einen roten Kopf, ein schwarzes Hinterteil und rote oder schwarze Beine haben. Sie fressen Löcher in die Blätter, was unschön aussieht. Bei uns haben sie sich in diesem Jahr stark vermehrt, weshalb schnell alle Pflanzen von den Erdflöhen betroffen waren. Bei waschbär.de habe ich gelesen, dass man den Boden regelmäßig auflockern und nicht in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren an der gleichen Stelle Malvengewächse pflanzen soll – so wird ihnen die Nahrungsgrundlage entzogen.

Erdfloh auf Malve und Malvenblättern mit Löchern von Schädlingen bzw. Schädlingsbefall
Der Erfloh lässt sich nicht durch gewöhnliche Verfahren wie bei Blattläusen vertreiben. Man kann ihn aber leicht absammeln und es ihm ungemütlich machen, indem man den Boden auflockert.

Wie erkenne ich Malvenrost?

Der Malvenrost äußert sich an der Oberseite der Blätter mit gelben bis bräunlichen Flecken und an der Unterseite mit kleinen braunen Pusteln. Die unteren Blätter sterben schnell ab, so dass die Pflanze kahl wird. Malvenrost ist eine Pilzart, die sich schnell über die Pflanze und naheliegende Pflanzen verteilt, wenn ähnliche Pflanzen zu dicht stehen. Diesen Fehler haben wir gemacht, weil die Vermehrung so gut geklappt hat und wir viele Pflanzen nebeneinander ausgepflanzt haben. Die hohe Feuchtigkeit in diesem Jahr hat ihr Übriges getan. Da wir die Pflanzen nicht mit Fungiziden bekämpfen, werden wir den Tipp von „Mein schöner Garten“ befolgen und die Stauden nicht mehrjährig verwenden. Da die Vermehrung durch Samen wie oben beschrieben aber so perfekt funktioniert, ist das auch nicht weiter schlimm!

Malvenrost and Blattunterseite und verkahlte Pflanze
Der Malvenrost ist leicht durch seine bräunlichen Flecken, braunen Pusteln und seine schnelle Ausbreitung erkennbar. Sie Pflanzen verkahlen nach kurzer Zeit und der Malvenrost breitet sich auf umliegende Malvengewächse aus.