Ein Baby-Set aus alten Shirts nähen

Heute bin ich doppelt stolz. Ich bin Tante geworden! Und ich habe dem Baby ein upgecyceltes Outfit in Größe 62 genäht, das richtig schön geworden ist. Das Oberteil ist nach dem wunderschönen Schnittmuster „Morgenstern“ von Lila wie Liebe genäht. Ich habe aufgrund der verfügbaren Stoffstücke das Vorderteil geteilt und noch eine Spitzenapplikation aus dem verwendeten Top eingefügt. Die Hose ist nach dem Pumphosen-Schnittmuster von Snaply genäht. Beide sind kostenlos verfügbar. Vielen Dank dafür! Ich habe es außerdem dank dem Video-Tutorial von Dots Designs auch geschafft, meine Overlock perfekt einzustellen. Und darauf war ich dann gleich auch noch stolz! Aber nochmal von vorn.

Die Ausgangsstoffe: use what you have

Zuerst hatte ich das rosa-gemusterte Top von meiner Mama. Es hat vorne ein Blumenmuster und hinten ist es gestreift. Es hat mir förmlich zugerufen: aus mir musst du ein Babyset nähen! Es eignete sich einfach so gut. Allerdings reicht ein Erwachsenen-Shirt nicht für ein Babyset. Daher war ich auf der Suche nach einem weiteren Stoff. Zuerst wollte ich nur die dunkelgraue Leggings verwenden. Aber dann hatte ich noch Reste von dem türkisfarbenen Top, das auch total gut dazu passte. Dieses war aber sehr dünn, so dass ich es maximal doppelt gelegt und für Ränder verwenden wollte und nicht für die eigentlichen Flächen. Hier bei den Upcycling-Tipps habe ich auch ein paar Punkte dazu geschrieben, welche Stoffe man am besten wie für das Upcycling verwenden kann.

Hier siehst du einen dunkelgrauen Stoffrest, ein rosafarbenes Shirt mit Blumenmuster und ein türkisfarbenes Top.
Ich konnte mich lange nicht entscheiden, welche Stoffe ich kombinieren möchte. Letztlich habe ich alle drei verwendet.

Zwei Schnittmuster auf drei alte Kleidungsstücke aufzuteilen ist eine abendfüllende Aufgabe, das kann ich euch sagen: Schnittmuster-Patchwork-Tetris at its best! Ein wichtiger Upcycling-Grundsatz ist „Use what you have“. Auch dazu findet ihr weitere Hinweise bei den Upcycling-Tipps. Ich habe hier das rosafarbene Shirt und das türkisfarbene Top fast komplett aufgebraucht. Der graue Stoff war ohnehin nur noch der Rest von einer Leggings, auch er ist ziemlich gut leer geworden.

Ein Babyoberteil „Morgenstern“ nähen

Da dieses Set das erste Upcycling-Projekt ist, das ich auch verschenkt habe, wollte ich, dass es perfekt wird. Ich hatte meine Overlock-Nähmaschine noch nicht so lange und war mit der Fadenspannung nicht richtig zufrieden. Ich fing an, herum zu experimentieren. Vier Fäden, hier hoch, hier runter – es wurde einfach nicht besser. Nach einer Stunde Teststücken nähen und steigender schlechter Laune fand ich endlich dieses Video-Tutorial von Dots Designs. Ich drehte die Fadenspannung des linken Fadens ordentlich hoch und hatte plötzlich perfekte Nähte. Jetzt konnte es endlich losgehen!

Hier siehst du das fertige Oberteil von vorne und von hinten.
Für das Oberteil habe ich das Blumenmuster verwendet und für die Ärmel die Streifen. Da der Blumenstoff sonst nicht ausgereicht hätte, habe ich das Oberteil vorne geteilt und noch spontan ein Spitzendetail eingefügt.

Es war außerdem das erste Mal, dass ich ein Oberteil komplett neu nähte. Das Schnittmuster „Morgenstern“ von Lila wie Liebe ist total süß. Ich mag auch, dass es an den Ärmeln und am Bauch Bündchen hat. Für Babys ist das gut geeignet. Die Bündchen sind nicht total eng, weil die verwendeten Stoffe keine Bündchenstoffe waren. Für Arm- und Bauch-Bündchen ist das nicht so schlimm, bei einem Hosen-Bündchen hätte man noch ein zusätzliches Gummi einarbeiten müssen. (Das habe ich bei der Hose auch gemacht, siehe unten.) Wenn ihr einen guten Überblick darüber braucht, wie man welche Bündchen mit Upcycling-Materialien am besten verwendet, schaut doch mal hier.

Was ich zusätzlich noch gemacht habe: die abgesteppten Nähte in der Mitte des vorderen Oberteils und am Halsbündchen. So liegen die Overlock-Nähte auf den Innenseiten richtig und schön flach. Babys tragen ja immer einen Body drunter, aber es soll trotzdem angenehm zu tragen sein.

Hier siehst du Nahaufnahmen der abgesteppten Nähte.
Die Naht vorne habe ich mit einer dunkelgrauen Naht abgesteppt, die Naht hinten mit einer rosafarbenenen Naht – jeweils passend zum Stoff.

Eine Babyhose mit eingearbeitetem Gummi nähen

Das Pumphosen-Schnittmuster von Snaply verwende ich eigentlich immer für Kleinkinderhosen. Für das Krabbelalter habe ich den Schnitt etwas enger gemacht, aber für Babys belasse ich ihn genau so. Der graue Oberstoff ist von einer alten Leggings von mir, die ein ausgeleihertes Bündchen hatte. Damit die Hose zum Oberteil passt, hat sie am Bauchbündchen den gestreiften Stoff von dem rosa Shirt und an den Beinbündchen den türkisfarbenen Stoff von dem Top.

Hier siehst du die Hose bevor und nachdem sie zusammengenäht wurde.
In das Bündchen aus T-Shirt-Stoff habe ich noch ein altes Gummi eingearbeitet.

Ich habe bei der Sternchen-Schlafanzughose auch T-Shirt-Stoff als Bündchen verwendet. Die hält ganz prima. Der dort verwendete T-Shirt-Stoff war aber auch sehr elastisch. Bei dem T-Shirt hier war ich mir nicht sicher, ob die Hose auch so halten würde. Wahrscheinlich schon, weil Babys noch eine Windel drunter tragen und in dem Alter noch liegen. Aber da es ein Geschenk ist, wollte ich auf Nummer sicher gehen. Ich habe ein altes Gummi, das aus einer Hose herausgetrennt war, noch zusätzlich eingearbeitet. So wird die Hose auf jeden Fall passen.

Hier siehst du eine Nahaufnahme der Spitze vorn und das ganze Set einmal in groß.
Detailblick auf den vorderen Teil und noch einmal das ganze Set – weil’s so schön ist ;-)

Dieses Set ist auch einer meiner Beiträge zur Refebulous Challenge auf Instagram. Ich hoffe, es gefällt euch! Wenn ja, gebt mir doch einfach ein Like auf Instagram!